Michael Preetz hofft auf Normalität bei Hertha BSC. imago-images

Die Rückkehr zu etwas mehr Fußball-Normalität bleibt in Zeiten der Coronavirus-Pandemie aktuell der größte sportliche Wunsch von Hertha BSC. «Wir hoffen, dass wir in den nächsten Wochen, sukzessive den Rahmen verbreitert bekommen, was möglich ist und natürlich dass wir idealerweise in den nächsten Wochen auch wieder in den Spielbetrieb zurückkehren können», sagte Sport-Geschäftsführer Michael Preetz am Sonntag im «Doppelpass» von Sport1.

Seit einer Woche ist der neue Cheftrainer Bruno Labbadia beim Berliner Bundesligisten zwar im Amt, an normales Training ist aufgrund der derzeitigen Kontakt-Beschränkungen aber noch nicht zu denken. Über allem stehe auch im Fußball-Betrieb weiterhin, dass man sich an die in Deutschland geltenden Maßnahmen halte, sagte Preetz. Er glaube jedoch fest daran, dass es wichtig sei, diese Phase jetzt zu nutzen, um die Spieler körperlich und mental auf den Wiederbeginn vorzubereiten, ergänzte der 52-Jährige in der Sendung «Wontorra - allein zu Hause» beim TV-Sender Sky Sport News HD.

Derzeit ist die Bundesliga vorerst bis zum 30. April unterbrochen. Nach einem Beschluss von Bund und Ländern, Großveranstaltungen bis mindestens Ende August grundsätzlich zu untersagen, müsste die Liga bei einem Wiederbeginn auf Spiele ohne Zuschauer setzen, um die Saison wie angestrebt bis Ende Juli zu beenden. Wenn es nicht anders gehe, «dann bin ich absolut dafür», sagte Preetz über Geisterspiele, «weil ich der Überzeugung bin, dass es eminent wichtig ist, die Saison zuende zu bringen.»

Obwohl Hertha derzeit nur Tabellen-13. ist und sich lediglich sechs Punkte vor der Abstiegszone befindet, stört sich Preetz nicht an der Ausrichtung von Hertha BSC als «Big City Club». «Ich habe da kein Problem damit», sagte Preetz: «Der Traum von Europa lebt in der Hauptstadt, das ist keine Frage.» Allerdings stellte der Ex-Profi auch klar: «Ich halte es damit, dass man zunächst seine Arbeit verrichtet, dann wollen wir weiter nach vorne kommen.» Im Moment mache es keinen Sinn, über internationale Plätze zu sprechen.

Weitere Mittel in Aussicht

Investor Lars Windhorst hatte den Begriff vom «Big City Club» geprägt. Hertha träumt mit Hilfe des Geldgebers davon, mittelfristig wieder international spielen zu können. Über die Beteiligungsgesellschaft Tennor hatte Windhorst 2019 für 224 Millionen Euro insgesamt 49,9 Prozent an der Hertha BSC GmbH & Co. KGaA erworben. Weiteres Geld könnte folgen. «Wir sind im Austausch, darüber nachzudenken, ob es der richtige Weg sein kann, auch in dieser Phase weitere Mittel zur Verfügung zu stellen», sagte Preetz.

Der Manager gab außerdem zu, dass er vor der Verpflichtung von Labbadia auch mit dem ehemaligen Bayern-Coach Niko Kovac gesprochen habe. «Es ist völlig klar, dass Niko ein Berliner Junge ist und das Hertha-Trikot getragen hat», sagte Preetz. «Es ist kein Geheimnis, dass ich in Kontakt stand mit Niko und dass ich mich auch mit ihm ausgetauscht habe über ein mögliches Engagement bei Hertha BSC.»

Die Berliner hatten sich während der Bundesliga-Pause in der Coronavirus-Krise entschieden, die Trennung von Alexander Nouri vorzuziehen. «Letztlich ist unsere Entscheidung für Bruno Labbadia vor allen Dingen aus totaler sportlicher Überzeugung gefallen», betonte Preetz angesprochen auf Verhandlungen mit Kovac.