Trainer Sandro Schwarz ist noch bei Dynamo Moskau. Er könnte bald bei Hertha anheuern. Foto: dpa/Silz

Noch ist der Klassenerhalt nicht da. Doch hinter den Kulissen wird bei Hertha BSC schon für die Zukunft geplant. Wichtigste Personalie: Wer ist ab der Saison 2022/23 Cheftrainer? Der vermeintliche Retter Felix Magath (68) wird es wohl nicht. Manager Fredi Bobic will einen kompletten Neuanfang – höchstwahrscheinlich mit Coach Sandro Schwarz (43) von Dynamo Moskau.

Der ehemalige Mainzer Coach soll laut Kicker der Topkandidat bei den Blau-Weißen sein. Von Juli 2017 bis November 2019 war Schwarz bei den Rheinhessen Trainer. Seine Punkteschnitt in 85 Spielen lag dort bei 1,14. Nach knapp einem Jahr Pause heuerte er bei Dynamo Moskau an. Das war im Oktober 2020. Russlands Angriffskrieg gegen die Ukraine war da noch gar kein Thema.

Schwarz vor Vizemeisterschaft

Schwarz startete in der russischen Hauptstadt voll durch. In 52 Spielen auf der Dynamo-Bank holte er einen Punkteschnitt von 1,92. In der Saison 2020/21 wurde er Siebter der russischen Premier League, jetzt ist er drei Spieltage vor Saisonende Zweiter.

Als der Krieg begann, blieb Schwarz im Gegensatz zu den anderen beiden deutschen Trainern Markus Gisdol und Daniel Farke in Russland. Er will diese Saison dort erfolgreich abschließen. Schwarz sagte damals: „Es geht nicht um mich. Ich fühle mich verantwortlich und werde hier im Klub bleiben.“

Wiedersehen mit Voronin bei Hertha?

Dafür hatte sogar sein Co-Trainer und Ex-Herthaner Andrej Voronin (42, spielte 2008/09 im Verein) als Ukrainer Verständnis: „Sandro hat ein großes Herz. Für ihn ist die Situation auch nicht einfach. Ich finde, Sandro hat alles richtig gemacht. Das jetzt alles liegen zu lassen und nach Deutschland zu fliegen, so ein Mensch ist er nicht.“ Voronin verließ Dynamo Moskau mit Kriegsbeginn am 24. Februar Richtung Deutschland.

Nach dieser Saison könnte Schwarz seinen Vertrag (läuft noch bis 2024) auflösen. Der neue Job bei Hertha ist für Schwarz ein verlockendes Angebot. Mit seinem geflüchteten Assistenten Voronin ist er telefonisch ständig in Kontakt. Auch er könnte bald wieder bei Hertha arbeiten …

Und Magath? Wenn die Rettungsmission gelingt, kann der Trainer-Methusalem stolz auf sein wohl letztes Husarenstück in der Bundesliga sein. Mehr dann doch nicht, auch wenn es sich viele Fans gewünscht hätten.

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