Da freut sich einer diebisch! Bruno Labbadia mit Siegerfaust nach dem Schlusspfiff. Foto: dpa

Gesagt, getan! Was für eine Knaller-Premiere für Herthas neuen Trainer Bruno Labbadia. Nach der Corona-Zwangspause hauen die Blau-Weißen Hoffenheim aus ihrem leeren Geisterstadion – 3:0 (0:0). Labbadia baut seinen persönlichen Auswärtssieg-Rekord bei Hoffenheim auf den siebten Dreier aus.

 Vor dem schweren ersten Spiel nach neun Wochen Liga-Pause und nur fünf Tagen normalem Mannschaftstraining hatte Labbadia im KURIER gehofft: „Es wäre schön, wenn wir die Serie ausbauen!“ Nach dem Abpfiff lief der neue Mann über den Platz und klatschte jeden Profi einzeln mit dem Ellbogen ab. Der neue Corona-Gruß der Liga! Dann hebt er die Siegerfäuste. Geschafft, ein hervorragendes Debüt.

Doch wirklich rund lief es noch nicht so ganz auf dem Platz. Das hatte der erfahrene Coach aber auch schon vorher angedeutet. „Beim internen Testspiel fehlte noch etwas die Koordination in den Zweikämpfen. Da sind einige zusammengerasselt.“

So sah es auch in der ersten Halbzeit bei der TSG aus. Peter Pekarik, Dedryck Boyata und Marko Grujic grätschten etwas unbeholfen ihre Gegner um und sahen Gelb. Beiden Teams sah man an, dass noch nicht so viel flüssig läuft. Kein Wunder. Es ist wie ein Saisonstart ohne vorherige Testspiele.

Nicht wirklich corona-gerecht, aber nicht verboten: Maximilian Mittelstädt jubelt mit Matheus Cunha und Vedad Ibisevic (v.l.) über Herthas Sieg in Hoffenheim.
Foto: dpa

Kein Ärger wegen Jubeltraube

Nach der Pause drehte Hertha aber auf. Und hatte das Glück des Tüchtigen! Pekarik zog aus 16 Metern volley ab und Hoffenheims Kevin Akpoguma lenkte den Ball mit dem Knie ins eigene Tor (58.). 1:0, danach jubelt Pekarik und seine Mitspieler stürmen auf ihn zu. Achtung! Jubeltrauben sind zwar in Corona-Zeiten nicht gern gesehen – verboten sind sie aber nicht. Deswegen drohen Hertha auch keine Sanktionen.

Doch die Emotionen können die blau-weißen Profis nach drei Monaten ohne echtes Erfolgserlebnis (2:1 in Paderborn) nicht unterbinden. Auch nicht nach dem 2:0. Vedad Ibisevic, der den Vorzug vor Millionen-Einkauf Krzysztof Piatek bekam, köpfte nach Mittelstädt-Flanke abgezockt ein (60.). Der Vedator ist wieder da, sein vierter Saisontreffer!

Und es kam noch besser. Neuzugang Mattheus Cunha zog aus spitzen, linken Winkel ab – 3:0 (74.). Da war das Spiel endgültig gelaufen. Marvin Plattenhardt strahlte vor Freude: „Das ganze Team ist glücklich, die drei Punkte waren sehr wichtig. Wir hoffen, dass es die nächsten Wochen so weitergeht.“

Labbadia nach seinem Traumdebüt: „Wir haben noch viel Arbeit vor uns. Aber das war ein super Start und den haben wir auch gebraucht. Die Mannschaft ist einfach happy.“