Trainer Pal Dardai hat den Klub mal wieder gerettet. Doch nächste Saison wird für ihn die Arbeit noch härter. Foto: dpa

Glückwunsch an Pal Dardai. Die Vereins-Ikone hat als Trainer zum zweiten Mal seine Hertha gerettet. Erleichterung ja, Zufriedenheit aber bestimmt nicht über diesen Klassenerhalt, über diese Katastrophensaison.

Die Blau-Weißen haben sich im Sommer kräftig verdribbelt bei der Zukunftsplanung. Mit Vedad Ibisevic, Salomon Kalou, Per Skjelbred und Thomas Kraft gingen vier Leitwölfe. In der Mannschaft brach mit teuren, aber jungen Spielern die Hierarchie zusammen.

Ein Trainingslager hätte Teamgeist früher entstehen lassen

Bei der Analyse wird auch das fehlende Trainingslager im Sommer 2020, welches einen Teamgeist hätte früher entstehen lassen können, debattiert werden. Hätte man es trotz strenger Corona-Auflagen machen sollen? Ex-Trainer Bruno Labbadia verzichtete darauf, auch das wurde ihm zum Verhängnis. Er schaffte es nicht, aus den Einzelspielern eine Mannschaft zu formen.

Dardai hat das geschafft, gerade in den vergangenen Wochen unter schwierigsten Quarantäne-Bedingungen. Das ist sein größter Verdienst, das war das Rezept zur Rettung. Doch die Arbeit wird nächste Saison nicht leichter für den ehrgeizigen Ungarn. Hertha wird noch viele Diskussionen führen, auch mit dem neuen Manager Fredi Bobic.

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Welcher Fußball soll gespielt werden? Wie stark werden die zahlreichen Talente aus dem Nachwuchs berücksichtigt? Die letzten Spiele haben gezeigt, dass die Jungprofis in höchster Not Leistung zeigen, während teure Stars versagten. Doch das sind die Themen für die Sommerpause, jetzt kann Hertha erst mal kräftig durchatmen.