Matteo Guendouzi sah für einen rüden Schlag gegen Unions Grischa Prömel nur Gelb. Glück gehabt! Foto: dpa

Ganz ehrlich: 45 Minuten Derby hätten auch gereicht. Denn in der zweiten Halbzeit lief da auf beiden Seiten so gut wie gar nichts. Kein Vorwurf an Union, die Rot-Weißen haben sich noch etwas bemüht. Herthas Profis haben nicht den Wink des Fußballgottes erkannt.

Die Blau-Weißen hätten sich mit einem Sieg etwas Luft im Abstiegskampf verschaffen können und vier Punkte Vorsprung auf den Tabellensechzehnten Köln haben können. Die Möglichkeit wurde in der zweiten Hälfte verpennt. Und das ist das größte Rätsel. Denn dieser Fußballgott hatte wirklich positive Zeichen für Hertha gesetzt.

Der Druck bleibt groß

Matteo Guendouzi schrammte in der 28. Minute nach seiner rüden Attacke gegen Grischa Prömel an Rot vorbei und dann holte der Franzose drei Minuten später den Elfer zum 1:1 heraus. Das war doppeltes Glück! In anderen Phasen dieser Saison hätten die Blau-Weißen mit zehn Mann weitergespielt und auch keinen Strafstoß bekommen.

Wenn da oben einer so nett zuzwinkert, muss man auch mal zupacken. Passierte nicht! Und das ist das Hauptproblem. Mir fehlt weiterhin in diesem Team dieser Instinkt für die Situation. Vielleicht ist es der Abstiegssituation geschuldet, vielleicht ist es die Unerfahrenheit der jungen Mannschaft. Jetzt bleibt der Druck im Endspurt um den Klassenerhalt groß.

Bei einem Abstieg bliebe die positive Bilanz (3:1 und 1:1) des Stadtduells eine nicht erwähnenswerte Randerscheinung. Hertha muss das Glück erkennen, sonst wird es in den restlichen sieben Spielen sehr schwer.