Karim Rekik (l.) jubelt mit Marko Grujic und Dedryck Boyata über sein 1:0-Siegtor im Hinspiel bei Bayer Leverkusen. Gibt es Sonnabend wieder so eine Überraschung gegen den Topklub? Foto: imago images/Hübner

Herthas Millionen-Investor Lars Windhorst prägte den Begriff "Big-City-Club" und will damit ausdrücken, wo er in Zukunft den Hauptstadtverein sehen will – in der Champions League. Die blau-weiße Gegenwart sieht anders aus. Nach einer verkorksten Saison hat sich Hertha gerettet. Die Rolle in den letzten beiden Spielen ist: Königsmacher statt selbst ein König in der Champions League zu sein.

"Prinzipiell wäre ich auch gerne in der Situation!"

Der Spielplan zeigt auf, wo die Blau-Weißen in den nächsten Jahren hinwollen. Morgen ein Heimspiel gegen Leverkusen, nächsten Sonnabend dann zum Saisonabschluss die Auswärtspartie gegen Gladbach. Ausgerechnet die beiden Klubs, die den Königsklassen-Platz 4 unter sich aus machen. Hertha entscheidet mit darüber, wer von beiden nächste Saison gegen die großen Klubs Europas spielen wird.

"Prinzipiell wäre ich gerne in der Situation der beiden Mannschaften", sagt Trainer Bruno Labbadia, der das blau-weiße Team in dieser Saison vor dem Abstieg bewahrt hat, mit hoffnungsvoll, freudigem Blick in die Zukunft.

Der Coach ist danach schnell wieder bei dem Hier-und-Jetzt. "Die Konstellation ist so, aber das ist für uns nicht wichtig. Wichtig ist für uns,  dass wir die beiden Spiele gut gestalten. Alles andere ist für die anderen Teams wichtig."

"Die Luft ist bei uns nicht raus!"

Nach 10 Punkten in vier Spielen, die den sicheren Klassenerhalt bedeuteten, folgten jetzt drei Niederlagen. Labbadia wehrt sich aber gegen den Eindruck, dass die Spieler es jetzt lockerer angehen. "So eine Einschätzung finde ich schon etwas despektierlich. Das Spiel in Freiburg (1:2) war ein Fight auf hohem Niveau. Ich habe nichts von Luft raus gesehen. Die Spieler geben Vollgas."

Das wollen sie auch gegen Leverkusen und Gladbach. Ob es reicht? Das wird die nahe Zukunft zeigen. Die Visionen von Über-Über-Über-Morgen brauchen noch etwas Zeit.