Lucas Tousart (r.) köpft in der 36. Minute zum 1:0 ein. Vier Minuten später gleichen die Mainzer aus.

Winter

Restart geglückt! Hertha BSC spielt nach zweiwöchiger Corona-Quarantäne und Spielpause 1:1 (1:1) bei Mainz 05. Ein ganz wichtiger Punkt bei der Aufholjagd im Abstiegskampf.

Das Spiel war gerade abgepfiffen, da versammelten sich Herthas Profis auf dem Mainzer Rasen und bildeten einen Kreis. Sportdirektor Arne Friedrich und Trainer Pal Dardai hielten eine Ansprache. Die Spieler lauschten den Worten - erschöpft, glücklich, noch immer mit entschlossenen Blicken lauschten die Spieler den Worten.

Pal Dardai erklärte: „Ich mache so etwas nicht oft, normalerweise machen wir das in der Kabine. Doch es sind Emotionen, die dann raus müssen. Ich bin stolz auf die Jungs, sie haben gut gearbeitet und gekämpft. Ich bin sehr zufrieden. Das war mehr als ich erwartet habe.“

Zwei Wochen mussten sich die Spieler alleine zu Hause fit halten, vor dieser Auswärtspartie gab es nur drei Tage Mannschaftstraining mit dem Ball. Es war klar, dass es noch nicht wieder so rund laufen kann. „Die ersten 15 Minuten haben wir überlebt. Dann ging es besser“, so Coach Dardai. Der Mainzer Jean-Paul Boetius hatte zwei Riesentorchancen (8., 9.), dazu parierte Torwart Alexander Schwolow mit einem Superreflex einen Heber von Adam Szalai (20.).

Aber in Führung ging Hertha: Lucas Tousart (36.) köpfte nach einer Freistoßflanke von Marton Dardai zum 1:0 (36.) ein. Überraschend, etwas glücklich, trotzdem gut. Aber nur vier Minuten später glichen die Mainzer durch einen wunderschönen Treffer von Phillipp Mwene aus 22 Metern in den Winkel zum 1:1 aus. So ging es in die Pause.

In der zweiten Halbzeit wechselte Trainer Pal Dardai wie angekündigt drei Mann aus. Vladimir Darida, Santiago Ascacibar und Dedryck Boyata kamen in der 61. Minute rein, Sami Khedira, Tousart und Deyo Zeefuik mussten raus. Sie sollen für die zwei harten englischen Wochen mit jetzt noch fünf Spielen geschont werden.

Mit dem Dreier-Wechsel sollte mehr für die Offensive getan werden. Das passierte auch. Hertha kombinierte plötzlich besser nach vorne. Matheus Cunha (65.) und der in der 80. Minute eingewechselte Kris Piatek (82.) hatten den Siegtreffer auf dem Fuß. „Wir hätten auch gewinnen können. Aber dieses Unentschieden ist gerecht. Jetzt müssen wir schnell regenerieren und nach vorne schauen“, erklärte Pal Dardai.

Schon Donnerstag um 18.30 Uhr geht es im Heimspiel gegen den SC Freiburg weiter. Mit einem Sieg könnten die Blau-Weißen dann von Platz 17 auf Rang 14 klettern. Khedira war wenigstens glücklich über den Teamgeist während und nach dem Spiel: „Es läuft nicht alles rund. Aber wir kämpfen und fighten. Da ist eine Familie auf dem Platz. Ein kleiner Schritt in die richtige Richtung.“