Jordan Torunarigha (l.) bekam von Hertha-Trainer Bruno Labbadia eine Auszeit und musste zugucken, wie sein Konkurrent Omar Alderete (r.) gegen Schalke Pluspunkte sammelte.  Foto:  City-Press/Imago Images

Herthas Cheftrainer Bruno Labbadia (54) griff für den 3:0-Sieg gegen Schalke zu gleich mehreren Schachzügen. Die größte Überraschung für viele Fans: Omar Alderete (24) ersetzte in der Abwehrzentrale Jordan Torunarigha (23).

„Jordan hatte daran zu knabbern“, erklärt Labbadia über die 1:4-Klatsche in Freiburg kurz vor Weihnachten. Im Breisgau agierte der Ex-U21-Nationalspieler mehrfach unglücklich, fälschte den Ball zum zweiten Gegentor ab und gewann lediglich 64 Prozent seiner Zweikämpfe.

Torunarighas Emotionen 

Das war aber nicht der Grund für den Wechsel: „Fehler gehören dazu. Da reißen wir keinem den Kopf ab“, sagt Labbadia, schiebt aber hinterher: „Bei Jordan war es so, dass er das Spiel gefühlt nicht abschütteln konnte.“ Labbadias Botschaft: Fehler passieren, entscheidend ist, wie man damit umgeht.

Dabei scheint Torunarighas große Stärke gleichzeitig auch sein Problem zu sein: die Emotionen. Herthas Eigengewächs lebt davon, kitzelt so die letzten Prozentpunkte aus sich heraus. Aber manchmal machen ihm seine Nerven einen Strich durch die Rechnung – wie in der zurückliegenden Trainingswoche. „Ich habe die Woche beobachtet, wer macht den besseren Eindruck“, berichtet Labbadia und erklärt: „Entscheidend ist, wie du damit umgehst. Schlecht ist, wenn du dich hängen lässt oder es nicht verarbeitest. Denn einen Fehler kannst du nicht mehr wettmachen. Du kannst es nur besser machen, indem du weiterarbeitest.“

Labbadia-Lob für Alderete

Das habe er Torunarigha auch gesagt: „Jordan ist ein Spieler, der bei uns viel gespielt hat. Wir schätzen ihn sehr. Das ist ein Prozess, den ich bei ihm anpiekse. Das gehört dazu, das muss er lernen.“

Während Torunarigha noch knabberte, punktete 6-Millionen-Zugang Alderete gegen Schalke. „Omar hat es sehr gut gemacht. Er war eng am Mann und hat gute Bälle ins Mittelfeld gespielt“, lobt Labbadia.

Dass der Paraguayer nun auch in Bielefeld (Sonntag, 18 Uhr) die Nase vorne hat, ist aber nicht gesagt. Beweist Torunarigha diese Woche, dass er mental wieder auf der Höhe ist, hat Labbadia die Qual der Wahl. Sehr zu seiner Freude: „Wir brauchen diesen intensiven Konkurrenzkampf. Nur so werden wir besser.“