Niklas Stark sitzt nach dem Abpfiff enttäuscht auf dem Rasen. Nur ein Punkt gegen Krisenklub Köln ist einfach zu wenig.


Foto: Koch

Eine Aufholjagd sieht anders aus. Herthas Profis wollten im Januar so richtig loslegen. Immerhin sind in diesem Monat sechs Spiele, also mögliche 18 Punkte. Nach drei Partien ist von Aufbruchstimmung nichts zu spüren.

Nach dem gelungenen Neujahrsstart, dem 3:0 gegen Schalke, hatte ich gedacht, dass es ein Befreiungsschlag sei. Ich habe mich geirrt! Es folgte die herbste Enttäuschung - 0:1 in Bielefeld. Die psychischen Nachwirkungen waren auch  beim 0:0 in Köln zu sehen. Der Wille war absolut da. Auch die Disziplin. Doch Spielfluss einer gut organisierten Mannschaft sieht anders aus.

Bruno Labbadia war nach der Pleite bei Arminia wieder mal gefragt, um seine Spieler zu kritisieren und gleichzeitig aufzubauen. Sein Credo lautet seit Wochen: „Die Lust am Gewinnen fördern und nicht die Angst vor dem Verlieren.“ Doch bei all den Wünschen des Trainers war auch dieser Auftritt in der Domstadt wieder ein Beweis von Verkrampfung in den Köpfen. Nervöse, ungenaue Pässe nach vorne, falsche Laufwege. Sie wollen, aber sie können nicht richtig, obwohl sie alle gute Einzelspieler sind. Hertha gibt mir Rätsel auf.

Früher gab es ein Geheimrezept bei solchen kollektiven Blockaden: Einen Mannschaftsabend. Bei einem Bier oder vielleicht auch ein paar mehr sich gegenseitig die Meinung geigen. Doch auch das ist gerade nicht möglich. Sie wissen schon, ein Haushalt und eine andere Person dürfen sich nur noch privat treffen. Corona macht selbst eine Gruppentherapie unmöglich. Hertha ist verdammt, aus diesem Schlamassel irgendwie anders herauszukommen.