Mittelstürmer Wilfried Kanga fleht sein erstes Tor für Hertha BSC herbei. Klappt es Sonntag gegen den SC Freiburg?
Mittelstürmer Wilfried Kanga fleht sein erstes Tor für Hertha BSC herbei. Klappt es Sonntag gegen den SC Freiburg? City-Press

Die wahnsinnige Windhorst-Woche ist bei Hertha BSC beendet. Sonntag (17.30 Uhr) geht es wieder nur um Fußball. Die Blau-Weißen hoffen gegen den SC Freiburg auf den ersten Heimsieg der Saison. Vieles ist besser geworden, doch es fehlen schon zu viele Punkte. Der neue Stürmer Wilfried Kanga (24) ist das Paradebeispiel dafür: viel Fleiß, viel Können, aber noch immer kein Tor. Es wird Zeit für den ersten Kanga-Treffer.

Vergangenen Sonntag beim 1:1 gegen Hoffenheim war es fast so weit. Kanga schoss in der achten Minute ziemlich frei stehend aus 13 Metern, aber der Ball ging übers Tor. Ein Treffer hätte dem Spiel eine ganz andere Wendung gegeben. Wieder kein Torjubel für Kanga, wieder kein Hertha-Sieg.

Kanga: Fleißig, aber ohne Torglück

Seit seinem Wechsel von Young Boys Bern an die Spree für rund vier Millionen Euro Ablöse war er bei allen Bundesligapartien dabei. Der Franzose ist fleißig, spielt mannschaftsdienlich und verhält sich taktiktreu. Doch eben die Kernkompetenz eines Mittelstürmers, das Toreschießen, klappte bisher noch nicht.

Jetzt aber bloß keine Stürmerkrise, keine Selbstzweifel aufkommen lassen. Trainer Sandro Schwarz schnappte sich in dieser Woche den Franzosen noch mal und machte mit ihm eine individuelle Videostunde. „Wir beschäftigen uns intensiv mit den Spielern. Auch mit Willy, Videosequenzen sollen zeigen, was wir optimieren können. Doch wir zeigen auch die Dinge, die er sehr gut gemacht hat“, erklärt Schwarz.

Trainer Schwarz verteidigt Kanga

Herthas Coach Sandro Schwarz gibt Anweisungen im Training. Wilfried Kanga hört aufmerksam zu.
Herthas Coach Sandro Schwarz gibt Anweisungen im Training. Wilfried Kanga hört aufmerksam zu. imago images/nordphoto/Engler

Stimmungsaufheller und Motivation. „Das Vertrauen in Willy und seine Fähigkeiten ist riesengroß. Im Training im Alltag haben wir nicht den Eindruck, dass er sich tiefgründig damit beschäftigt, dass er noch nicht getroffen hat“, sagt Schwarz und wehrt den Gedanken ab, dass acht Spiele ohne Treffer irgendwelche mentalen Spuren bei dem 1,89-Meter-Mann hinterlassen haben.

Hertha ist auf einen treffsicheren Mittelstürmer angewiesen. Michael Preetz, Marko Pantelic und Vedad Ibisevic waren in den vergangenen 25 Jahren die drei Torgaranten, die Hertha zu ihrer Zeit ziemlich sorgenfrei aussehen ließen. Kanga könnte so einer sein. Doch der Knoten muss jetzt endlich platzen. Mit Druck funktioniert das bestimmt nicht. Deswegen sagt auch Schwarz: „Willys Engagement wollen wir einfach am Sonntag wieder sehen. Das soll er auf dem Platz zeigen.“

Knapp ein Viertel der Saison ist gespielt. Kanga hat kein Tor auf seinem Konto, Hertha hat mit sieben Punkten zu wenige Zähler. Das alles weiß auch Schwarz, der die Mannschaft für jeden ersichtlich besser gemacht hat. Schwarz: „Den Aufwand, den wir betreiben, da haben wir den einen oder anderen Punkt liegen gelassen. Wir wollen und müssen Spiele gewinnen. Es muss eine Bestätigung für den Aufwand geben.“ Es wird gegen Freiburg Zeit für ein Kanga-Tor und den ersten Heimsieg. Es könnte der Befreiungsschlag der Saison werden.

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