Herthas neuer Präsident Kay Bernstein schmetterte „Ha, Ho He!“ Die Fans erwiderten begeistert mit Chorgesängen.
Herthas neuer Präsident Kay Bernstein schmetterte „Ha, Ho He!“ Die Fans erwiderten begeistert mit Chorgesängen. City-Press

Nach Jahren der Hertha-Tristesse gibt es plötzlich eine blau-weiße Aufbruchstimmung. Der neue Präsident Kay Bernstein (41) macht es möglich. Den Beweis gab es Sonnabend beim Fest zum 130. Geburtstag des Klub: Rund 23.000 Fans kamen in den Olympiapark. Hertha ist wieder zum Knutschen!

Dass diese Party zum vollen Erfolg wurde, ahnten alle bereits um 11 Uhr. 3000 Herthaner waren schon so früh gekommen, nur um den Worten vom neuen Boss zu lauschen. Als Bernstein zur Bühne ging, stoppte er an einem Biertisch und sagte: „Ich muss meiner Mama erst mal ein Küsschen geben. Ja, wirklich, meine Mama und mein Papa sind auch da.“ Nein, das war nicht gespielt, Bernstein ist einfach so. Ein normaler Fan, der jetzt ins höchste Vereinsamt gehievt wurde.

Seine ersten Töne am Mikrofon sind der Schlachtruf, den es seit rund 100 Jahren gibt: „Ha, Ho, He!“ Was dann passiert? Die Fans erwidern für eine Minute im Chor: „Ha, Ho, He!“ Bernstein schaffte es mit drei Silben, den Vereinsstolz auszudrücken.

Bernstein: „Dieses Fest gibt uns Energie“

Basisarbeit von ganz unten. Boss Kay Bernstein geht sogar für die Kids in die Hocke.
Basisarbeit von ganz unten. Boss Kay Bernstein geht sogar für die Kids in die Hocke. City-Press

Aber dahinter steckt viel mehr. „Es sind jetzt schon so viele Herthaner hier. Das gibt uns Energie. Nur gemeinsam schaffen wir den Aufbruch. Ich mache nur das, was ich auch sage. Jeder kann mich ansprechen.“

Historische Diskurse hält er nicht. Bernstein macht es emotional: „Unser ehemaliger Präsident Wolfgang Holst wäre heute 100 Jahre alt geworden. Schickt alle liebe Grüße in den Himmel an Wolle.“

Tradition bewahren, trotzdem modern sein und nach vorne schauen. Bernstein ist nicht naiv und sagt: „Wir brauchen in aller erster Linie den sportlichen Erfolg. Ich bin mir sicher, dass die Mannschaft im Pokal in Braunschweig alles raushauen wird.“

Fans heizen den Profis ein

Neuzugang Chidera Ejuke legte beim Training vor 5000 Fans richtig los.
Neuzugang Chidera Ejuke legte beim Training vor 5000 Fans richtig los. City-Press

Zwei Stunden später begann das Training der Profis. Das Amateurstadion war da schon mit 5000 Fans gefüllt. So etwas gab es bei Hertha noch nie. Als die Profis ihre Aufwärmrunde liefen, tönte es wieder ganz laut von den Rängen: „Ha, Ho, He!“ Die Spieler waren von so viel Zuspruch nach dem Fastabstieg im Mai überrascht und klatschten während des Joggings Beifall für die Fans.

Das muss doch die Extra-Motivation für das Pokalspiel am Sonntag (18 Uhr) bei Zweitligist Braunschweig sein. Schlusswort Bernstein: „Ich bin zuversichtlich. Es ist mir kackegal, wie wir weiterkommen, aber wir kommen weiter.“

So wird Hertha spielen: Christensen – Kenny, Uremovic, Kempf, Plattenhardt – Sunjic – Boateng, Serdar – Lukebakio, Selke, Maolida

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