Da kommen selbst Maskottchen Herthinho die Tränen. Es ist ein gewohntes Bild bei Hertha BSC geworden. Trainer Sandro Schwarz muss nach Pleiten die Spieler trösten.
Da kommen selbst Maskottchen Herthinho die Tränen. Es ist ein gewohntes Bild bei Hertha BSC geworden. Trainer Sandro Schwarz muss nach Pleiten die Spieler trösten. imago images/Contrast

Spätestens seit dem Rausschmiss von Manager Fredi Bobic ist ein Wort des neuen Präsidenten Kay Bernstein in aller Munde: Hertha-DNA. Was der Boss meint, ist klar: Der „Berliner Weg“ soll auf eigene Kräfte und Menschen im Verein bauen. Für einige Fans von Hertha BSC ist die Hertha-DNA zum Reizwort geworden. Andere finden es klasse. Die brutale Realität: Bei dem Krisenklub auf Platz 17 gibt es zwei DNAs für die Abkürzungen: „Doch Nicht Absteigen“ oder „Doch Noch Absteigen“. Denn die Punktezahl ist der blanke Horror.

14 Zähler nach 19 Spielen, da gibt es für den Klassenerhalt nur noch ein klitzekleines Fünkchen Hoffnung. Im Durchschnitt braucht ein Verein mindestens 35 Punkte am Saisonende, um auf Platz 15 zu kommen und sicher in der Bundesliga zu bleiben.

Hertha BSC muss noch 21 Punkte für Platz 15 holen

Am 12. November 2022 gab es den letzten Sieg von Hertha BSC – 2:0 gegen den 1. FC Köln. Marco Richter war immer einen Schritt schneller als Gegenspieler Jan Thielmann.
Am 12. November 2022 gab es den letzten Sieg von Hertha BSC – 2:0 gegen den 1. FC Köln. Marco Richter war immer einen Schritt schneller als Gegenspieler Jan Thielmann. imago images/Hübner

Hertha benötigt also noch 21 Punkte oder anders ausgedrückt: Sieben Siege oder sechs Siege und drei Unentschieden. Aber es sind nur noch 15 Partien bis zum 34. Spieltag. Da muss schon ein erhebliches Wunder passieren. Denn in den bisher 19 Spielen gab es nur drei Siege (2:0 in Augsburg, 2:1 gegen Schalke und 2:0 gegen Köln). Dazu: Statt erhofftem Aufwärtstrend nach der Winterpause gab es vier Pleiten.

Keine Punkte, dafür Auftritte mit zu wenig Kampf und Köpfchen. Das Heimspiel am Sonntag (15.30 Uhr) gegen Gladbach wird der ultimative Wahrsager. Kann diese blau-weiße Truppe überhaupt noch gewinnen und setzt zur Siegesserie nach einem Erfolgsergebnis an? Die Optimisten glauben an die gute Hertha-DNA: Doch Nicht Absteigen!

Aber da gibt es die vergangenen drei Jahre: Trainer Bruno Labbadia rettete als vierter Chefcoach der Saison 2020 vor dem Abstieg. Ein Jahr später war Vereinsikone Pal Dardai der zweite Coach der Spielzeit und schaffte trotz Corona-Super-GAU und Zwangspause des Teams nach sechs Spielen in 21 Tagen im Abstiegsendspurt noch das Wunder. Vergangene Saison war schon die Relegation nötig. Trainer-Methusalem Felix Magath musste den Retter gegen seinen Heimatverein HSV spielen.

HSV: Fünf Jahre Dauerkrise und Abstieg

Der HSV verabschiedete sich 2018 mit einem 2:1-Heimsieg gegen Gladbach von der Bundesliga als Tabellensiebzehnter. Die Fans waren wütend: Bengalos, Rauchbomben und Polizei auf dem Platz.
Der HSV verabschiedete sich 2018 mit einem 2:1-Heimsieg gegen Gladbach von der Bundesliga als Tabellensiebzehnter. Die Fans waren wütend: Bengalos, Rauchbomben und Polizei auf dem Platz. imago images/Bergmann

Ja, der Rautenklub aus Hamburg. Er machte es in den vergangenen Jahren vor, wie man den Klub von einer Krise in die nächste führt und dann in der Zweiten Liga landet – und da ist der HSV schon seit fünf Jahren. Einst der stolze Dino der Bundesliga. Er galt als unabsteigbar.

Beim HSV begann der langsame, siechende Bundesliga-Tod vor zehn Jahren. 2013 noch Platz 7 in der Bundesliga, danach ging es bergab, zweimal in der Relegation (2014 und 2015) gerettet, dann noch mal Platz 10, danach Rang 14 und 2018 war es so weit mit dem endgültigen Abstieg als Tabellensiebzehnter.

Die Blau-Weißen haben schon drei Krisensaisons in der Bundesliga überlebt (Platz 10, Platz 15, Platz 16 mit Relegation). Immer haarscharf an der Katastrophe vorbei. In dieser Saison sind die Rettungschancen noch minimaler geworden als vorher. Das ist die zweite Hertha-DNA: Nach drei Rettungen Doch Noch Absteigen!

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