In Bochum jubelt Hertha BSC besonders gern. Maxi Mittelstädt, Myziane Maolida und Suat Serdar (v.l.) feierten in der vergangenen Saison einen 3:1-Sieg. 
In Bochum jubelt Hertha BSC besonders gern. Maxi Mittelstädt, Myziane Maolida und Suat Serdar (v.l.) feierten in der vergangenen Saison einen 3:1-Sieg.  Imago/Matthias Koch

Das Warten hat ein Ende! Satte 61 Tage mussten Bundesliga-Fans bis zum Re-Start ausharren. Hertha BSC bläst nach der längsten Winterpause aller Zeiten zur Aufholjagd. Mehr Punkte müssen her, damit nicht schon wieder bis zum Schluss um den Klassenerhalt gezittert wird. Wie gut, dass das Team von Trainer Sandro Schwarz zum Auftakt zum VfL Bochum reist. Analog zu dessen legendärer Vereinshymne von Herbert Grönemeyer heißt es nämlich aus Sicht von Hertha BSC: Bochum, ich sieg bei dir!

Die befremdliche Wüsten-WM in Katar ist Geschichte. Endlich wieder normaler Fußball, endlich wieder Stimmung, endlich wieder Auswärtsfahrten.

Und deren erste könnte aus Hertha-Sicht kein besseres Ziel haben. Der VfL ist ein absoluter Lieblingsgegner der Blau-Weißen. Selbst eingefleischte Herthaner und Freunde der Statistik werden wohl ins Grübeln kommen, wann es für die Blau-Weißen zuletzt ohne etwas Zählbares vom Revierklub nach Hause ging. 

Hertha mit Super-Statistik in Bochum

Aus der zweiten Reihe ins Glück: Suat Serdar traf für Hertha BSC beim letzten Duell beim VfL Bochum zum 1:0. 
IMAGO/pepphoto
Aus der zweiten Reihe ins Glück: Suat Serdar traf für Hertha BSC beim letzten Duell beim VfL Bochum zum 1:0. 

Die Antwort: 2009. Vor mehr als 13 Jahren also. Damals unter anderem auf dem Platz: Jaroslav Drobný, Arne Friedrich und natürlich Pal Dardai. Die jüngsten drei Pott-Partien wurden allesamt gewonnen, vergangene Saison trafen Suat Serdar per Doppelpack und Myziane Maolida beim 3:1-Sieg. 

Damit auch am Sonnabend (15.30 Uhr, Sky) wieder drei Punkte mit ins blau-weiße Gepäck wandern, ackerte Hertha während der WM in Berlin und nach Neujahr im USA-Camp. In Florida wurde geschwitzt, geübt, gespielt und gelacht. „Inhaltlich haben wir im ersten Block an unserem Offensivspiel gearbeitet, hintenraus an den Abläufen in der Defensive geschliffen. Alles in allem haben wir das, was wir uns vorgenommen haben, mit viel Fleiß abgearbeitet, sodass die Vorfreude da ist“, erklärt Schwarz zufrieden.

Hertha BSC sollte vor dem VfL Bochum gewarnt sein

Der Trainer entfachte in der Hinrunde eine neue Aufbruchstimmung bei allen Hertha-Fans, mit nur 15 Punkten befindet man sich dennoch erneut im Abstiegssumpf. Entsprechend warnt Schwarz seine Spieler vor dem so wichtigen Re-Start gegen einen direkten Konkurrenten im Kampf um den Klassenerhalt: „Natürlich wollen wir Freude vermitteln, aber gleichzeitig auch die Konzentration auf dem Rasen haben. Wir kennen die Tabelle.“

Bitter: Wie vom KURIER bereits prophezeitet, eiste Hertha Union-Schreck Florian Niederlechner (32) nach einem verrückten Transferpoker bereits im Winter nach Berlin. Doch in Bochum fällt der Stürmer wegen einer Blessur aus. Auch auf Topscorer Dodi Lukebakio muss Schwarz wegen einer Gelbsperre verzichten. 

Gewarnt sollte Hertha vor dem VfL trotz der vielen Siege in der Vergangenheit so oder so sein. Denn seit Thomas Letsch von Thomas Reis das Traineramt übernahm, ist Bochum gefährlicher – und vor allem zu Hause eine Macht. Frankfurt? 3:0 geputzt. 1. FC Union und Mönchengladbach? Beide mit 2:1 nach Hause geschickt. Schwarz weiß das, erwartet „eine hitzige Atmosphäre“.

Der VfL Bochum sitzt Hertha BSC im Nacken

Zwar ist der VfL weiterhin Vorletzter, durch die Ergebnisse allerdings nur noch ein Pünktchen hinter Hertha. Damit der VfL nicht vorbeizieht und der Re-Start zum Hertha-Fehlstart wird, mahnt Schwarz: „Wir haben ein wichtiges Spiel vor der Brust, dafür wollen wir gewappnet sein. Es gilt, alles, was wir uns aufgebaut haben, jetzt auch zu zeigen.“

Gelingt das, dann sollte es frei nach Grönemeyer tief im Westen aus Hertha-Sicht heißen: Bochum, ich sieg bei dir!

Lesen Sie hier mehr über Hertha BSC >>