So sieht das Gelände der riesigen Trainingsanlage in Bradenton/Florida aus. Herthas Spieler werden elf Tage unter Palmen schwitzen. 
So sieht das Gelände der riesigen Trainingsanlage in Bradenton/Florida aus. Herthas Spieler werden elf Tage unter Palmen schwitzen.  IMG Academy

Hertha BSC gibt wieder Vollgas, Weihnachtspause beendet. Am Montag Leistungstest, am Dienstag Abflug nach Florida ins Trainingscamp der IMG Academy in Bradenton. Platz 15, nur 14 Punkte – da muss ein Höhenflug her, um in der Bundesliga endlich aus der gefährlichen Abstiegsregion zu kommen. An diesen sechs Baustellen muss Trainer Sandro Schwarz mit dem Team in den USA arbeiten.

Präzisere Pässe

Herthas Trainer Sandro Schwarz klatscht schon mal zur Aufmunterung seiner Spieler in die Hände. In Florida wartet jede Menge Arbeit.
Herthas Trainer Sandro Schwarz klatscht schon mal zur Aufmunterung seiner Spieler in die Hände. In Florida wartet jede Menge Arbeit. Imago/Contrast

Das schnelle Umschaltspiel klappt schon gut, aber vor dem und im Strafraum des Gegners wurden zu viele Torchancen durch ungenaue Bälle verschenkt. Da hilft nur üben, üben und noch mal üben, bis die Automatismen in der Offensive sitzen. Herthas Passquote liegt bisher nur bei 77,3 Prozent, ligaweit ist das Rang 14. Schwarz: „Der Schwerpunkt wird sein, an einzelnen Stellschrauben zu drehen. Wir haben Stabilität aufgebaut und eine gute Entwicklung genommen, müssen aber noch weitere Schritte gehen.“

Feilen an den Freistößen

Noch kein Tor in der aktuellen Saison nach einem Freistoß oder einer Ecke. Das geht so nicht weiter. Gerade Standards können Spiele entscheiden. Hertha muss diese Harmlosigkeit raustrainieren. Da ist auch Spezialist Marvin Plattenhardt gefragt. Vergangene Saison rettete der Kapitän beim 2:0-Relegationsrückspiel gegen den HSV den Klassenerhalt mit einem Eckball (Kopfballtor Dedryck Boyata) und einem genialen Freistoßtor. Das muss öfter so sein.

Defensivpauken bei Standards

Die Abwehrarbeit hat sich gegenüber der Vorsaison schon stark verbessert – nur 22 Gegentore in 15 Spielen. Doch von diesen Treffern des Gegners gab es zu viele nach Eckbällen und Freistößen – insgesamt acht (!). Hier müssen in Florida noch mal  ein paar Einheiten her, um das Stellungsspiel in der Defensive zu verbessern.

Angriff abstimmen auf Kanga

Stürmer Wilfried Kanga wartet auf mehr Zuspiele seiner Kollegen, auch von Chidera Ejuke (r.).
Stürmer Wilfried Kanga wartet auf mehr Zuspiele seiner Kollegen, auch von Chidera Ejuke (r.). Imago/GEPA Pictures

Stürmer Wilfried Kanga zeigte vor der Winterpause nach einer Kennenlernphase, dass er es kann. Ein Tor beim 2:1 gegen Schalke, eines beim 2:0 gegen Köln. „Willy arbeitet für drei. Da erwarte ich eine Explosion in der Rückrunde“, ist Manager Fredi Bobic optimistisch. Damit es dazu kommt, müssen seine Mitspieler ihm einfach mehr Bälle zuspielen. Seine Laufwege sollten nach einem halben Jahr bekannt sein, um Kanga besser einzubinden.

Torgeilheit herauskitzeln

„Manchmal waren wir in der Hinrunde vorne nicht konsequent genug. Da fehlte die letzte Entschlossenheit“, weiß auch Schwarz. Damit die Torgeilheit herausgekitzelt wird, gibt es gleich vier Testspiele an nur zwei Tagen. Zunächst gegen Club de Lyon FC (8. Januar, 20 Uhr), gegen The Villages SC (23 Uhr), gegen eine örtliche Talent-Auswahl am 11. Januar (18 Uhr). Also alles unterklassige Gegner, wo losgeballert werden soll. Fünf Stunden später folgt der Test gegen Kolumbiens 15-fachen Meister Millonarios FC aus Bogota, bevor es am 14. Januar wieder zurück nach Berlin geht.

Was wenig geübt werden kann

Nur eines kann nicht so richtig trainiert werden – Konzentration über 90 Minuten im echten Wettkampfmodus. In der letzten Viertelstunde kassierte Hertha zu viele Gegentore und verschenkte zu viele Punkte. Beim Jahresauftakt in Bochum am 21. Januar wird sich zeigen, ob die Baustellen bereinigt sind.

Lesen Sie hier mehr über Hertha BSC >>