Trainer Tayfun Korkut zeigt die Richtung an. Volle offensive gegen die Bayern. 
Trainer Tayfun Korkut zeigt die Richtung an. Volle offensive gegen die Bayern.  Foto: City-Press

Nach der Pokalderby-Blamage ist vorm Bayern-Hit. Eigentlich hat Hertha BSC Sonntag (17.30 Uhr) keine Chance gegen den Rekordmeister. Aber die wollen die blau-weißen Profis nutzen – mit dem Mut der Verzweiflung. Allen voran Tayfun Korkut. Der Trainer bläst zum Angriff gegen Bayern!

„Dass wir defensiver denken, den Ansatz habe ich nicht. Die Art und Weise, wie wir spielen, ist in der Mannschaft jetzt drin. Aktiver Fußball bei Ballbesitz. Wenn man abwartend spielt, ist es gefährlich gegen die Bayern“, ist Korkut angriffslustig.

Klappte beim 2:3 gegen Union in der ersten halben Stunde aber nicht. Da wurde nur reagiert. Korkut: „Das haben wir klar und deutlich angesprochen. Die Spieler waren sehr selbstkritisch. Selbstkritik ist der erste Schritt zur Besserung. Wir müssen von der ersten Minute an Konstanz haben, dürfen das nicht verschenken. Gegen die Bayern ist die Möglichkeit da, es zu zeigen.“

Korkut gewann einmal gegen Bayern mit 4:1

Nur: Hertha zittert noch immer um Stürmer Stevan Jovetic (Wade). Der Montenegriner trainierte zwar schon, doch mehr als ein Joker-Einsatz ist wohl nicht drin. „Wir müssen vorsichtig sein. Er muss fit sein. Es bringt nichts, ihn einfach reinzuschmeißen und zu sagen: Mach mal“, weiß auch Korkut.

Trotzdem bleibt der Trainer Optimist: „Wir müssen an uns glauben. Mir ist es schon gelungen, die Bayern zu schlagen.“ Stimmt! Das war am 34. Spieltag der Saison 2017/18, als Korkut mit dem VfB Stuttgart 4:1 in München gewann.

Vor einem Jahr traf Bayerns Kingsley Coman bei Schneetreiben zum 1:0-Endstand im Olympiastadion. 
Vor einem Jahr traf Bayerns Kingsley Coman bei Schneetreiben zum 1:0-Endstand im Olympiastadion.  Foto: Imago Images

Okay, aber wie soll das gegen den stärksten Sturm der Liga (61 Tore) bei Herthas chronischem Problem hinten (38 Gegentore, nur Fürth ist noch schlechter) gehen? Zumal auch noch die Innenverteidiger Niklas Stark und Jordan Torunarigha angeschlagen sind. Einsatz fraglich.

Korkut lässt das alles nicht als Vorab-Ausrede gelten und fordert: „Es geht darum, dass wir an unsere Leistungsgrenze kommen. Jeder Einzelne ist gefordert. Wir müssen jede Sekunde resolut im Zweikampf sein.“

Ein Sieg ist keine Wiedergutmachung der Derby-Pleite

Was soll er auch anderes sagen? Herthas Heimspiel-Statistik gegen die Bayern seit dem Aufstieg 1997 sieht so aus: fünf Siege, sieben Unentschieden und zehn Niederlagen – beim Torverhältnis von 22:40.

Eine minimale Siegchance ist da. Doch damit wäre für Korkut die Derby-Pleite noch lange nicht erledigt: „Man kann kein verlorenes Derby mit einem Spiel einfach gutmachen. Da bin ich sehr klar. Um das wieder gutzumachen, gehört ein bisschen mehr zu.“ Ehrliche Worte, da stimmt jeder Hertha-Fan zu.

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