Aus einem Blitzbesuch wird langsam eine Partnerschaft. Herthas Präsident Kay Bernstein (2.v.l.) und Finanzboss Thomas Herrich trafen die 777-Gründer Josh Wander (l.) und Steven Pasko (3.v.l.) 
Aus einem Blitzbesuch wird langsam eine Partnerschaft. Herthas Präsident Kay Bernstein (2.v.l.) und Finanzboss Thomas Herrich trafen die 777-Gründer Josh Wander (l.) und Steven Pasko (3.v.l.)  Twitter

Der erste Versuch war kolossal gescheitert. Naiver Investor pumpt 374 Millionen Euro bei Hertha BSC rein und dachte, dass sich der Erfolg von alleine einstellt. Was es gab? Absturz in den Dauerabstiegskampf und jede Menge Zoff zwischen Geldgeber Lars Windhorst und dem Ex-Präsidenten Werner Gegenbauer. Diesmal soll  mit dem neuen Investor 777 Partners aus Florida alles besser werden. Kleine Schritte für ein großes Ziel – mit diesem Finanzierungsmodell soll es klappen – neues Geld mit Prämien-Investition.

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Hertha ist momentan zum gnadenlosen Sparkurs verdammt, doch das alleine wird vielleicht noch in den nächsten zwei Jahren ausreichen, um einen gesicherten Haushalt zu haben. Danach wird es eng. Frisches Geld muss her. Und das könnte tatsächlich von 777 Partners kommen.

Hertha-Boss Bernstein: „Wir brauchen Kreativität, da kann alles passieren“

Herthas Boss Kay Bernstein ist optimistisch bei der Zusammenarbeit mit dem neuen Investor 777 Partners aus den USA.
Herthas Boss Kay Bernstein ist optimistisch bei der Zusammenarbeit mit dem neuen Investor 777 Partners aus den USA. imago images/Koch

Präsident Kay Bernstein geht offen mit den prekären Zahlen (alleine ein Minus von 80 Millionen Euro vergangenen Saison) um und kündigte schon Mitte November an: „Wir brauchen an ganz vielen Stellen ganz viel Kreativität. Sei es Fremd- oder Eigenkapital, eigene Anleihen, der Verkauf weiterer Anteile – nichts ist ausgeschlossen. Da kann alles passieren. Es ist ein Marathon, und wir sind an Kilometer fünf.“

Vielleicht ist jetzt schon Kilometerstein zehn erreicht. Denn vor fünf Wochen war noch kein neuer Investor in Sicht. Doch der ist jetzt mit 777 Partners da. Er will wohl nicht nur die 64,7 Prozent Anteile Windhorst abkaufen. Nein, er will auch weiter in Hertha investieren.

Dabei soll es knallharte, aber vernünftige Bedingungen geben. Abhängig vom Tabellenplatz am Saisonende soll dem Vernehmen nach neues Geld fließen. Eine Prämien-Investition also. Mehr Leistungsprinzip! Schneiden die Blau-Weißen auf dem Rasen besser ab, klingelt im Sommer die Kasse. Ein organisches, langsameres Wachstum also. Mit Hauruck geht nichts. Das haben alle nach dem Windhorst-Desaster verstanden.

Hertha BSC ist für 777 Partners das Goldstück

777-Gründer Josh Wander hat Großes mit Hertha BSC vor.
777-Gründer Josh Wander hat Großes mit Hertha BSC vor. imago images/LaPresse/Pecoraro

Die Chemie zwischen Bernstein und 777-Boss Josh Wander scheint zu stimmen. Das ist wichtig – auch bei knallharten Millionen-Geschäften. Nach einem Blitzbesuch des Hertha-Präsidenten vor drei Wochen folgte sofort ein Gegenbesuch der Ami-Finanzfirma, die schon am FC Sevilla, FC Genua, Vasco da Gama, Standard Lüttich, FC Paris und Melbourne Victory beteiligt ist.

Hertha soll in dem Netz von Fußballklubs das Goldstück für 777 Partners werden und hat absolute Priorität. Dabei geht es nicht nur um Geld, sondern auch um Infrastruktur zwischen den Vereinen. Ein gegenseitiger Austausch von Talenten, die später die Millionen an Ablöse einspielen sollen, ist auch in den Planspielen vorhanden. 

Hertha hat mit seiner Akademie einen sehr guten Ruf. Das wissen auch alle bei 777 Partners. Manager Fredi Bobic: „Es ist ein großer Vorteil, wenn da auch Menschen dabei sind, die Fußball-Know-how haben. Das macht es einfacher.“ 

Doch erst mal muss der Verkauf zwischen Windhorst und den Amis unter Dach und Fach. Noch gibt es keinen amtlichen Vollzug.

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