Thorsten Manske wollte als stellvertretender Hertha-Präsident weitermachen, nahm aber nach einem desaströsen Wahlergebnis seinen Hut. Imago

Die sportliche Talfahrt und Rettung in letzter Sekunde, die katastrophale Außendarstellung, auch wegen des seit Jahren schwelenden Zoffs mit Investor Lars Windhorst, der Rücktritt von Präsident Werner Gegenbauer sowie sieben Abwahlanträge gegen das Präsidium. Kurzum: Es stand verdammt viel auf der Tagesordnung – und auf dem Spiel. Entsprechend groß war der Andrang. 2628 stimmberechtigte Mitglieder, mehr als doppelt so viele wie sonst, kamen in die Messehalle 20 zu Herthas Mitgliederversammlung. Der KURIER fasst die wichtigsten Punkte und geschaffenen Fakten zusammen:

Neuwahlen: Aufsichtsrat-Boss Dr. Torsten-Jörn Klein verkündete, dass es bereits am 26. Juni 2022 zu einer außerordentlichen Mitgliederversammlung kommen soll, auf der das neue Präsidium und der Nachfolger von Klub-Patron Gegenbauer gewählt werden.

Abwahl des Präsidiums: Die Mitglieder folgten den Warnungen von Sportchef Fredi Bobic vor der Handlungsunfähigkeit des Vereins. Keiner der sieben Anträge gegen die verbliebenen sechs Präsidiums-Mitglieder Thorsten Manske, Peer Mock-Stümer, Anne Jüngermann, Fabian Drescher, Ingmar Peering und Norbert Sauer erlangte die dafür benötigte Dreiviertelmehrheit. Der Interims-Präsident Manske bekam mit 64,2 Prozent den meisten Gegenwind und trat mit sofortiger Wirkung zurück.

Hertha macht erneut Millionen-Verlust

Wahl des Aufsichtsrats: Das Kontrollorgan des Vereins wurde neu gewählt. Acht Bewerber schmissen ihren Hut für fünf Sitze in den Ring. Das Rennen machten: Renate Döhmer, Klaus Brüggemann, Dr. Torsten-Jörn Klein, Scott Körber, Andreas Schmidt.

Millionen-Verlust: Der scheidende Finanz-Boss Ingo Schiller (legt sein Amt als Geschäftsführer nach 24 Jahren im Oktober nieder) präsentierte zum letzten Mal die Geschäftszahlen der Saison 2020/21, in der die Hertha BSC GmbH und Co. KGaA mit 83,3 Mio. Euro zum dritten Mal in Folge einen heftigen Verlust einfuhr. Verabschiedet wurde Schiller dennoch mit langem und lautstarkem Applaus.

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