Davie Selke, Jonjoe Kenny und Wilfried Kanga (v.l.) jubeln in der Ostkurve mit Herthas Fans nach dem ersten Heimsieg. Doch die knallharte Analyse des Spiels wird Montag von Trainer Sandro Schwarz folgen. 
Davie Selke, Jonjoe Kenny und Wilfried Kanga (v.l.) jubeln in der Ostkurve mit Herthas Fans nach dem ersten Heimsieg. Doch die knallharte Analyse des Spiels wird Montag von Trainer Sandro Schwarz folgen.  City-Press

Die Erleichterung ist riesengroß. Hertha BSC hat mit dem 2:1 gegen Krisenklub Schalke 04 den ersten Heimsieg geschafft. Schön ist auch, dass Stürmer Willy Kanga jetzt endlich im elften Spiel getroffen hat. Vorher hieß es immer: Gut gespielt, aber zu wenig Punkte. Sonntagabend war es andersherum: Schlecht gespielt, aber drei Punkte.

Ich hatte persönlich mit einem echten Ausrufezeichen des blau-weißen Teams gerechnet – mit einem höheren Sieg. Dazu ist auch diese Mannschaft in der Lage. Am Ende war es nur ein glücklicher Last-Minute-Sieg nach einem mäßigen Spiel.

Erster Kritikpunkt: Dass  Schalke giftig in die Zweikämpfe geht und Räume zuläuft, war klar. In der ersten Halbzeit waren es für mich zu wenig Gegenwehr. Alles war zu unpräzise. Laufwege und Pässe. Es war ein Rückschritt gegenüber den Vorwochen.

Zweiter Kritikpunkt: Es fehlte die Abstimmung in der Defensive. Zwei Schalker Tore, die nur wegen knappen Abseits nicht gegeben wurden, sind zwei zu viel. Die Anfälligkeit in der Abwehr bleibt ein Dauerproblem.

Dritter Kritikpunkt: Hertha hat in den vergangenen Wochen gegen stärkere Teams, die selbst das Spiel machen, immer gut ausgesehen. Pressing, schnelles Umschalten. Jetzt mussten die Blau-Weißen selbst kreativ sein, aber da fehlt noch einiges in der Offensive. Stürmer Stevan Jovetic hatte ein paar gute Ideen, doch das Zusammenspiel wirkt im Angriff noch nicht wie aus einem Guss. Da ist noch jede Menge Arbeit für alle.

Zu viel genörgelt? Nein, bei mir ist die Hoffnung da, dass dieser Sieg wirklich ein mentaler Befreiungsschlag ist und Hertha bald zu einer echten Siegmaschine wird.

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