Deyovaisio Zeefuik von Hertha BSC zeigte beim 1:3-Test in Nottingham eine elegante Passtechnik und viel Auge für die Mitspieler.
Deyovaisio Zeefuik von Hertha BSC zeigte beim 1:3-Test in Nottingham eine elegante Passtechnik und viel Auge für die Mitspieler. City-Press

Ein Abstellgleis ist noch lange keine Endstation. Herthas Deyovaisio Zeefuik (24) konnte sich bei Hertha BSC nie als rechter Außenverteidiger durchsetzen. Der Holländer gilt als Verkaufskandidat, bei dem noch kein anderer Klub richtig angebissen hat. Doch nach dem 1:3-Test gegen Nottingham Forest stellen sich viele die Frage: Hat Zeefuik jahrelang auf der falschen Position gespielt und doch noch eine blau-weiße Zukunft?

Der schnelle, bullige Defensivspezialist kam gegen Nottingham in der zweiten Halbzeit als Sechser für Neueinkauf Ivan Sunjic und war einer der Besten im Team. Aggressive Zweikämpfe, viele gewonnene Duelle, hohe Laufbereitschaft, er hielt Mittelfeldchef Kevin-Prince Boateng den Rücken frei und – das ist das Erstaunliche – schoss sehr lange Diagonalpässe, die präzise die Flügelstürmer bedienten. So stark hat man den Holländer im blau-weißen Dress noch nie gesehen.

Fan-Petition für Zeefuik

In den Fanforen des Klubs erstellten einige überschwängliche Scherzkekse sogar schon eine Petition für den Verbleib von Zeefuik. Die Idee mit dem Niederländer als Sechser kam Trainer Sandro Schwarz vor dem 5:1-Testspiel in Cottbus vor zwei Wochen. Weil Sunjic noch bei der Leistungsdiagnostik nach seiner Vertragsunterschrift war und Santiago Ascacibar (wechselt jetzt zu US Cremonese)  Wadenprobleme hatte, probierte Schwarz es mit Zeefuik als zentralem Defensivmittelfeldspieler. Die Notlösung klappte schon da gut, jetzt gegen Nottingham wieder.

Als der Holländer im Sommer 2020 zu Hertha kam, hatte er 73 Spiele beim FC Groningen als rechter Außenverteidiger gemacht, auch bei Hertha spielte er dort – bisher. Als er zur Rückrunde der vergangenen Saison zum englischen Zweitligisten Blackburn Rovers ausgeliehen wurde, durfte er dort einmal sogar als Mittelstürmer ran.

Schwarz schult Zeefuik zum Sechser um

Deyovaisio Zeefuik hört genau zu, wenn Herthas Trainer Sandro Schwarz taktische Anweisungen erklärt.
Deyovaisio Zeefuik hört genau zu, wenn Herthas Trainer Sandro Schwarz taktische Anweisungen erklärt. imago images/Räppold/Koch

Auf den Einfall, den schnellen Zeefuik ins Mittelfeld zu stecken und umzuschulen, kam jetzt zum ersten Mal Schwarz. Der Trainer hatte ein längeres Vier-Augen-Gespräch mit dem Niederländer. Eigentlich war danach klar, dass Zeefuik in den Planungen von Schwarz keine Rolle mehr als Außenverteidiger spielt. Der mögliche Verkauf an den FC Utrecht für rund 2,5 Millionen Euro kam bisher aber nicht zustande.

Jetzt ist plötzlich eine ganz andere Alternative da. Zeefuik als Back-up für Sunjic.  „Ich habe mit Deyo lange gesprochen. Da herrscht Klarheit zwischen uns. Er hat weiter engagiert trainiert und sehr gut im Training mitgezogen“, sagte Schwarz vor zwei Wochen. Vielleicht beißt sich Zeefuik doch noch durch – als neue Kampfwaffe im Mittelfeld.

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