Herthas Routinier Peter Pekarik (l.) und Kapitän Dedryck Boyata waren enttäuscht und ratlos nach dem 0:1 gegen den HSV. imago images

Geht doch noch was oder ist schon alles vorbei? Hertha BSC hat das Relegationshinspiel mit 0:1 gegen den HSV vergeigt. Ratlosigkeit und tiefe Enttäuschung machten sich nach dem Abpfiff breit. Haben sich die blau-weißen Profis schon aufgegeben? Oder kann Trainer Felix Magath die Mannschaft fürs Rückspiel am Montag in Hamburg (20.30 Uhr, Sat.1) noch ein allerletztes Mal mental für die Rettung aufbauen?

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Das blau-weiße Spiel im ausverkauften Olympiastadion war ideenlos, gekämpft wurde, aber das reichte nicht gegen den Zweitliga-Dritten. Die Bilder nach dem Abpfiff zeigten noch mal, dass diese Spieler allenfalls eine Zweckgemeinschaft sind gegen den Super-GAU. Eine Mannschaft mit Teamgeist ist das nicht.

Die Profis waren wieder mal mit sich selbst beschäftigt, als der Schlusspfiff ertönte. Kein gemeinsamer Kreis Schulter an Schulter, kein kollektives Wandern zu den Fans in der Ostkurve, nix. Kapitän Dedryck Boyata erklärte es dann am Freitag via Twitter: „Wir waren wie alle Hertha-Fans nach dem Spiel einfach sehr enttäuscht von uns selbst.“

Tousart saß alleine auf der Bank

Mit zusammengepressten Lippen starrt Lucas Tousart auf der Bank ins Leere. imago images/Räppold/Koch

Einige trotteten sofort in die Kabine, andere saßen oder standen regungslos auf dem Rasen rum. Lucas Tousart saß alleine auf der Bank. Stumm, leerer Blick, hängender Kopf. Es sah in diesem Moment so aus, als ob er gerade im Kopf eine Finalniederlage verarbeiten müsste. Dabei gibt es doch noch ein Rückspiel.

Doch war der Glaube an eine Rettung in Hamburg am Donnerstagabend überhaupt noch so richtig da? „Es ist noch nicht vorbei. Es gibt noch ein Spiel“, gab Verteidiger Marc Oliver Kempf als Zweckoptimist zu Protokoll. Was sollte er auch sonst sagen?

Und Magath? „Ich muss die Spieler jetzt aufrichten, natürlich waren die enttäuscht in der Kabine. Die Mannschaft braucht immer die Hilfe des Trainers. Man braucht jetzt kein Training, jetzt ist angesagt, dass man redet, um am Montag gut drauf zu sein“, erklärte er bei der Pressekonferenz. Die Überzeugungskraft-Sätze wirkten da eher wie Routine.

Magath mit Ironie: „Wir haben angefangen zu üben“

Herthas Trainer Felix Magath am Freitagmorgen: ernster Blick und viel Nachdenklichkeit. imago images

Freitagmorgen versammelte Magath die Spieler wieder im Kreis auf dem Schenckendorffplatz, sprach mit allerlei Worten und Gesten auf sie ein. Kann er den letzten Funken Glauben noch aus den Profis herauskitzeln? Er muss es, ohne Wenn und Aber. Sonst ist Herthas siebter Bundesliga-Abstieg und Magaths erster in seiner Trainer-Laufbahn perfekt.

Wenigstens Magath hat ganz schnell seine Ironie zurückgefunden und sagte zu der überschaubaren spielerischen Offensivleistung gegen den HSV: „Wir haben ja schon mal angefangen zu üben. Jetzt haben wir noch drei Tage Zeit, weiter zu üben.“ Das taten die Verlierer dann auch im anschließenden Trainingsspiel.

Besonders heiß war ein Profi, der im Hinspiel wegen der fünften Gelben gesperrt war: Santi Ascacibar. Der Vorzeigekämpfer ist jetzt der Hoffnungsträger. Aber alleine schafft er kein Wunder …

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