Herthas Manager Fredi Bobic (l. ) und Präsident Kay Bernstein haben sich beim Abendessen ausgesprochen. 
Herthas Manager Fredi Bobic (l. ) und Präsident Kay Bernstein haben sich beim Abendessen ausgesprochen.  dpa/Stache

Zum Glück, die Kuh ist vom Eis! Es drohte bei Hertha BSC ein Boss-Krach wegen der Bierhoff-Nachfolge beim DFB und so manchen Sätzen. Es wurde ein netter Friedensgipfel beim Abendessen zwischen Herthas Präsidenten Kay Bernstein (42) und Manager Fredi Bobic (51). Im Podcast „Hertha Base“ stand Bernstein Rede und Antwort und erklärte genau, wie sein erstes Treffen mit Bobic aussah, nachdem der Manager ein ernstes Gespräch mit Bernstein im USA-Training angekündigt hatte.

Die Vorgeschichte: Es ging um den Posten als DFB-Sportdirektor, bei dem Fredi Bobic zunächst der Topkandidat war (jetzt wird es Rudi Völler). Herthas Manager hatte nicht eindeutig ein Bekenntnis zum Verein abgeben. Bernstein wiederum ließ sich auf die Spekulationen ein und sich zu einem uncharmanten Satz in einem Kicker-Interview hinreißen: „Reisende soll man nicht aufhalten.“

Hertha-Boss Kay Bernstein: „Wir müssen zusammenstehen“

Das wiederum machte Bobic sauer und er kündigte in den USA an: „Deswegen war das auch mal ein guter Test, zu sehen: Sind wir hier mal ruhig geblieben oder wer erzählt mal was hier. Ich freue mich, bald nach Berlin zurückzukehren. Ich gehe da jetzt nicht konkret darauf ein. Das sage ich schon direkt in die Augen.“

Das passierte am Dienstag. Bernstein: „Ich war mit Fredi zunächst beim DFB-Empfang in Frankfurt. Am Abend waren wir beide dann in Berlin mit Tom Herrich und Sandro Schwarz gemeinsam essen. Das Motto war: Lasst uns zusammenkommen, denn Samstag geht es gegen Bochum wieder los. Wir sind die vier, die die Leute hier führen, wir müssen vorangehen, wir müssen positiv sein. Wir müssen zusammenstehen.“

Bernsteins Lehre: Schweigen oder nur noch zusammen reden

Der große Schulterschluss, aber Bernstein gesteht offen ein, dass die ganze Sache unglücklich gelaufen ist. Von Krach danach wollte er nichts wissen: „Nein, es gab keine tiefen Blicke zwischen uns. Es ging einfach darum, wie wir mit Spekulationen zukünftig umgehen. Entweder gar nicht mehr darauf eingehen oder gemeinsam dazu etwas sagen, um gar nicht auseinanderdividiert zu werden. Da musst du abwägen, was bringt dem Verein mehr Ruhe: Entweder in den U-Boot-Modus begeben oder hinsetzen und sagen: Wir sind Fredi und Kay. Hier sind wir.“

Bernstein hat sogar für Bobics „Jein“ zur Bierhoff-Nachfolge Verständnis: „Auch das fliegt dir um die Ohren, wenn du ein Bekenntnis abgibst. Im Fußball kannst du nichts ausschließen. Zwei Wochen später kann es alles ganz anders sein.“ Wie sagte Bobic? Das ist mal ein Test für alle. Den haben er und der neue Präsident bestanden. 

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