Da ist noch Luft nach oben! Herthas Manager Fredi Bobic spricht über den schwierigen Transfermarkt.
Da ist noch Luft nach oben! Herthas Manager Fredi Bobic spricht über den schwierigen Transfermarkt. City-Press

Zwei Wochen vor dem Ligastart, eigentlich müsste sich der Transfermarkt in Europa bewegen. Nichts da! Herthas erhoffte Reibach-Woche mit vielen Spielerverkäufen blieb aus. Da stöhnt selbst Manager Fredi Bobic, dass die Kasse noch immer nicht klingelt.

Bobic: „Es gibt unheimlich viele Gespräche mit unheimlich vielen Wenns und Abers. Es ist wirklich brutal zäh.“ In dieser Woche konnte bisher nur Verteidiger Jordan Torunarigha an Belgien-Klub KAA Gent für 3,5 Millionen Euro verkauft werden, immerhin mit einer hohen Wiederverkaufsbeteiligung.

Mittelfeldkämpfer Santiago Ascacibar wird wohl nur an US Cremonese nach Italien ausgeliehen. Verteidiger Omar Alderete ließ seinen Wechsel zum FC Getafe platzen, obwohl es schon eine Einigung zwischen den Blau-Weißen und den Spaniern gab.

Bobic: „Hinten raus kann es noch wild werden“

Topverdiener Krzystof Piatek sollte eigentlich mindestens zwölf Millionen Euro bringen. Doch Interessent US Salernitana will ihn plötzlich nur ausleihen. Corona hat die Kasse der meisten Klubs leer gefegt. Bobic hofft trotzdem: „Hinten raus kann es noch wild werden, was schade ist, weil wir bis dahin schon viele Spiele haben. Aber daran können wir nichts ändern.“ Hertha muss weiter auf die Supercoups warten – beim Verkauf wie auch beim Einkauf ...

Trotzdem bleibt Bobic optimistisch, weil er im Trainingslager in England sieht, wie die Spieler zusammen unter dem neuen Trainer Sandro Schwarz arbeiten. „Die Mannschaft hat das toll angenommen und vom ersten Tag an richtig, richtig gut gearbeitet und viel geschwitzt. Ich glaube, dass das Trainingslager deswegen insgesamt sehr gelungen ist, auch wenn die Ergebnisse der Testspiele (0:1 gegen Derby, 1:3 gegen Nottingham, die Red.) nicht so optimal waren“, so der Manager.

Er hat mehr die Entwicklung des gesamten Teams im Auge und erklärt: „Es ist noch nicht alles perfekt. Aber es sind schon viele Sachen dabei, wo wir sehen, dass es nach vorne und damit in die richtige Richtung geht. Es ist ein Prozess, der ein bisschen Zeit und vor allem Vertrauen braucht.“

Bobic verteilt Extralob an Zeefuik

Lob verteilt er gleich an zwei. An den Trainer: „Es ist eine seiner Stärken, dass er versucht, aus den Spielern, die da sind, das Beste rauszuholen. Insgesamt ist er sehr klar, offen, transparent und kommunikativ. Wir brauchen genau das: ein hohes Maß an Disziplin, aber auch Begeisterungsfähigkeit.“

Und an Deyovaisio Zeefuik, der eigentlich als Verkaufskandidat gilt: „Den möchte ich mal herausheben: Er bringt so viel Freude und Positivität rein und spielt richtig gut auf einer Position, die er normalerweise gar nicht bekleidet. Hut ab davor, das ist für mich Professionalität. Solche Spieler wollen wir haben, die diese Mentalität mitbringen.“ Das hört sich nach Verbleib des Holländers an, der gerade von Trainer Schwarz vom Außenverteidiger zum Mittelfeldspieler umgeschult wird.

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