Matheus Cunha spielt oft brillant, tritt aber auch egoistisch und launisch auf. Imago/Andreas Gora

Neue Zeiten und neuer Manager bei Hertha. Am Dienstag tritt Fredi Bobic (49) seinen Job bei den Blau-Weißen an. Jede Menge Arbeit wartet auf ihn, um den Kader erfolgreich umzukrempeln. Dazu eine knifflige Entscheidung: Soll er Matheus Cunha verkaufen oder nicht?

Lesen Sie auch: Hertha wieder die Nummer 1 vor Union >>

Der brasilianische Techniker wurde vor anderthalb Jahren für 18 Millionen Euro Ablöse von RB Leipzig gekauft. Sein geschätzter Marktwert liegt jetzt bei über 30 Mio. Genug Interessenten gibt es auch. Leeds United, SSC Neapel, AS Monaco und Atalanta Bergamo haben Cunha im Visier. Durchaus denkbar, dass beim Poker die Ablöse auf 40 Millionen Euro hochgeschraubt wird.

Zwischen Genie und launischer Diva

Für dieses Geld könnte Bobic wiederum zwei bis drei neue Profis holen, ohne die Vereinskasse zu belasten. Verlockender Gedanke! Die entscheidende Frage bleibt aber: Wie wertvoll ist der Offensivkünstler für das Team?

Lesen Sie auch: Alles auf Dardai! Hertha ist wieder Blau-Weiß >>

Seine spielerischen Qualitäten sind enorm. Er gewinnt fast jedes Dribbling und ist torgefährlich. Für Hertha schoss er in 39 Partien 13 Tore und bereitete zehn Treffer vor. Seine volle Leistung hat er bisher noch nicht gezeigt, schließlich ist er auch erst 22 Jahre jung. Glaubt man an das spielerische Potenzial, müsste man den Brasilianer halten. Das alles schätzt auch Trainer Pal Dardai an dem Spieler.

Knallharte Entscheidungen stehen an

Doch Cunha hat auch eine andere Seite. Manchmal spielt er egoistisch und ist launisch auf dem Platz. Schon Dardais Vorgänger Bruno Labbadia monierte, dass „Matheus die Mannschaft mit abfälligen Gesten runterzieht“. Dardai hat zu seinem Künstler einen besseren Zugriff. Verkaufen oder behalten? Bobic wird da auch auf die Einschätzung des Trainers hören. Schließlich hat Hertha nicht so viele Kreativspieler im Team.

Die Analyse des Kaders beginnt jetzt, danach gibt es knallharte Entscheidungen. Vorstandsboss Carsten Schmidt sagt es so: „Alle sind auf dem Prüfstand. Auch die Spieler, die ein großes Potenzial haben.“ Man kann ergänzen: und die dieses Potenzial nicht voll gezeigt haben. Dazu gehört auch Cunha …