Jessic Ngankam (l.) ist für Labbadia ein Juwel, das in den nächsten Monaten geschliffen werden muss. Foto: Witters/Poolfoto

Spielt Hertha noch in dieser Saison oder schon für die neue Spielzeit? Durch die starken 10 Punkte in den ersten vier Spielen unter Trainer Bruno Labbadia haben die Blau-Weißen nichts mehr mit dem Abstiegskampf zu tun. Das 0:1 in Dortmund hat die Mini-Hoffnung auf einen Euro-Platz so gut wie pulverisiert. Also, was tun in den restlichen vier Partien? Sie werden zu Testwochen für alle Profis. Die Vorbereitung auf die Saison 2020/21 hat begonnen.

Große Pläne mit den Youngstern Samardzic und Ngankam

„Wir sind froh, dass wir als Trainerteam früher eingestiegen sind. Wir können jetzt schon etwas für die neue Saison aufbauen. Wir haben jetzt schon Erkenntnisse: Wo müssen wir ansetzen? Wo müssen wir uns verbessern?“, sagt Labbadia. Dabei geht es längst nicht nur um Spielsysteme. Es geht auch um die Gestaltung des Kaders. Auffällig ist: Labbadia setzt von Beginn seiner Amtszeit junge, unerfahrene Spieler aus dem eigenen Nachwuchs ein.

Lazar Samardzic (18) und Jessic Ngankam (19) werden immer wieder eingewechselt. Labbadia verfolgt dabei einen Plan – zum Beispiel mit Ngankam: „Ich habe mit ihm gesprochen, welches Programm wir bei ihm fahren wollen, das geht über ein halbes Jahr bis ein Jahr. Damit er seine Power noch mehr ausstrahlen kann.“

Dilrosun verletzt, am Montag Untersuchung

Im Endspurt gegen Frankfurt (H), Freiburg (A), Leverkusen (H) und Mönchengladbach (A) will der Coach das aber nicht als Luxus verstehen, sondern es sind auch Maßnahmen aus der Not heraus, weil viele Spieler verletzt oder angeschlagen sind. In Dortmund kam Javairo Dilrosun dazu – Muskelverletzung im Oberschenkel. Am Montag wird er genauer untersucht.

Labbadia: „Wir haben eine enge Situation, was den Kader betrifft. Die Folgen der langen Pause treten ein.“ Doch der Coach blickt da nach vorne: „Wir haben noch einen riesigen Weg vor uns. Wir müssen ein Fundament, eine Substanz aufbauen.“ Doch ein reines Experimentierfeld wird es bis Ende des Monats auch nicht. Der ehrgeizige Labbadia: „Prinzipiell will ich jedes Spiel gewinnen. Wir wollen immer das beste Team bringen.“