Herthas Präsident Kay Bernstein ist jetzt ein halbes Jahr im Amt und fordert Demut und Geduld ein.
Herthas Präsident Kay Bernstein ist jetzt ein halbes Jahr im Amt und fordert Demut und Geduld ein. dpa/Gora

Nein, nicht noch mal die gleichen Fehler machen. Bei Hertha BSC gibt es leichten Optimismus wegen des bevorstehenden Einstiegs des neuen Investors 777 Partners, dem Finanzunternehmen aus Miami. Doch jubeln will keiner, auch nicht Präsident Kay Bernstein. Platz 15 in der Bundesliga und eine finanziell angespannte Lage. Bernstein kündigt daher für das nächste Jahr einen weiteren Sparkurs an.

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Bernstein: „Unser Ziel ist es, erst mal solide in der Ersten Liga zu bleiben. Wir müssen erst mal unsere Hausaufgaben der Restrukturierung intern im Unternehmen abschließen. Wir müssen die Konsolidierung im Wirtschaftlichen, im Infrastruktur-Apparat, im Senken der Personalkosten bewerkstelligen.“

Bernstein hatte nach den Haushaltszahlen aus der Saison 2021/22, die ein Minus von knapp 80 Millionen Euro aufwiesen, von einer „Erblast“ gesprochen. Die 374 Millionen Euro, die Noch-Investor Lars Windhorst in den Verein von 2019 an reingepumpt hatte, sind fast aufgebraucht. Teure Stars mit hohem Gehalt und die Corona-Pandemie fraßen die Millionen Monat für Monat weg. Doch sportlich stürzten die Blau-Weißen immer wieder in den Abstiegskampf.

„Irgendwann mal das Fundament und man kann anfangen, das Haus wieder aufzubauen“, beschreibt Bernstein die Lage des Klubs. „Wie hoch dieses Haus werden soll? „Wir sind in Berlin, da kann das ein sehr hoher Wolkenkratzer werden. Das kann aber auch ein solides Haus mit drei Etagen sein, wenn es alle Bewohner glücklich macht“, sagte er.

Der Unternehmer und Ex-Ultra Bernstein war von den Mitgliedern des Klubs im Juni überraschend zum Nachfolger des langjährigen Präsidenten Werner Gegenbauer gewählt worden. Er will den Klub wieder nahbarer und demütiger werden lassen. „Es wird ein Prozess sein, den Leuten immer wieder klarzumachen, dass wir unsere Erwartungen an die Realität anzugleichen haben“, sagte der Boss.

Da hilft auch der Einstieg von 777 Partners nicht sofort per Knopfdruck weiter. Das Gute ist: Die Amis verfolgen in ihrer Investitionsstrategie bei gleich sieben Fußballklubs weltweit auch eher einen langfristigen Plan und fordern keine kurzfristigen naiven Mega-Erfolge auf dem Rasen.

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