Zum ersten Mal knirscht es zwischen Herthas Präsidenten Kay Bernstein und Manager Fredi Bobic.
Zum ersten Mal knirscht es zwischen Herthas Präsidenten Kay Bernstein und Manager Fredi Bobic. imago images/MIS

Blauer Himmel, warme Temperaturen in Herthas Trainingslager in Florida. Noch einen Tag kann Fredi Bobic (51) das Wetter im Südosten der USA und das neue Wir-Gefühl des Teams genießen. Doch es ist nicht alles eitel Sonnenschein bei den Blau-Weißen. Denn es droht der erste Krach zwischen dem Manager und Präsident Kay Bernstein (42), der seit Ende Juni 2022 im Amt ist. Es geht um die Bierhoff-Nachfolge beim DFB, bei der Bobic lange als Favorit galt und es jetzt wohl Rudi Völler wird.

Bobic sitzt entspannt im Stuhl auf dem Trainingsgelände in Bradenton und erzählt in der Medienrunde, die von Hertha-TV aufgezeichnet wurde, über die vergangenen Wochen, als es um die Suche nach einem neuen Sportdirektor beim DFB ging.

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Doch dann kommen diese Sätze: „Ich finde es nur spannend, wie viele darauf reagieren und wie sie darauf reagieren. Das meine ich von den Journalisten, genauso aber im eigenen Klub. Deswegen war das auch mal ein guter Test zu sehen: Sind wir hier mal ruhig geblieben oder wer erzählt mal was hier.“

Hertha-Manager Bobic: „Spannend, wer hier was erzählt hat“

Herthas Manager Fredi Bobic ist noch in Florida und freut sich auf die Rückkehr, um dann Tacheles zu reden.
Herthas Manager Fredi Bobic ist noch in Florida und freut sich auf die Rückkehr, um dann Tacheles zu reden. City-Press

Der nächste Satz klingt wie ein in Süffisanz gepackter angekündigter Disput: „Ich freue mich bald nach Berlin zurückzukehren. Und es ist ganz, ganz spannend, weil es ein Test insgesamt auch ist.“ Bobic spricht keinen Namen aus und sagt: „Ich gehe da jetzt nicht konkret darauf ein. Das sage ich schon direkt in die Augen.“

Wer gemeint ist, ist für jeden klar. Denn bei Hertha hat sich nur Präsident Kay Bernstein über einen möglichen Abgang von Bobic geäußert. In einem Kicker-Interview gab es diese Sätze zu lesen: „Wir bewegen uns im Bereich des Hypothetischen. Bevor eine solche Personalie Konturen bekommt, gehe ich davon aus, dass sowohl Fredi als auch wir als Verein ein paar Anrufe aus Frankfurt am Main bekämen. Und die gab es bisher nicht.“

Hertha BSC: Bernstein sagte: „Reisende soll man nicht aufhalten“

Präsident Kay Bernstein ist in Herthas Ostkurve groß geworden und zeigt es auch voller Stolz.
Präsident Kay Bernstein ist in Herthas Ostkurve groß geworden und zeigt es auch voller Stolz. Imago Images/Camera4

Doch erklärte Bernstein auch: „Ich stehe immer auf dem Standpunkt: Reisende soll man nicht aufhalten. Aber noch mal: Fredi Bobic ist in verantwortlicher Position bei Hertha BSC – und wenn es nach mir geht, ist er das noch eine ganze Weile länger.“ Ersterer Satz ist Bobic wohl sehr sauer aufgestoßen.

Wenig später wurde Bernstein in der Bild zitiert: „Für den Fall, dass der DFB Interesse an Fredi Bobic hätte und sich daher bei uns melden und auch Fredi sich dann damit ernsthaft auseinandersetzen würde – müsste man offen miteinander reden und klären: Wie kann das funktionieren? Fredi hat Vertrag bei Hertha. Noch hat sich aber keiner bei uns gemeldet.“ Es soll bei den Gedankenspielen auch um eine mögliche Ablösezahlung gegangen sein.

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Hertha-Manager Bobic: „Ablöse vom DFB? Ich lach mich kaputt!“

Bobic wird da konkreter: „Da waberte dann auch etwas wirtschaftlich, große Ablöse und hin und her. Ich lach mich kaputt. Ich habe es nicht gehört, auch von Kay Bernstein nicht, dass irgendeiner angerufen hätte und gefragt hätte. Was kostet der Ablöse. Es war gar kein Thema.“

Um es verkürzt zu sagen: Bobic ist nicht amüsiert, dass sich Bernstein überhaupt zu der ganzen Thematik geäußert hat. Doch auch Bobic selbst hat zu Spekulationen beigetragen, weil er dem DFB nicht sofort eine Absage erteilt hat, als sein Name im Gespräch war. Das beides können Manager und Präsident wie unter Männern austragen. Dabei kann es auch lauter werden. Dann ist auch dieser Test überstanden … 

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