Vladimir Darida, Kevin-Prince Boateng, Krzysztof Piatek, Davie Selke, Niklas Stark und Dedryck Boyata klatschen den mitgereisten Hertha-Fans Beifall. Nur die Anhänger waren in Mainz bundesligareif. Foto: City-Press

Dieser Stachel sitzt ganz tief in der Seele der Hertha-Fans. Mit Tayfun Korkut ein kurzer Aufschwung (2:2 in Stuttgart, 2:0 gegen Bielefeld) und jetzt DAS: Eine Demontage beim 0:4 in Mainz 05. Rückfall oder Blackout? Hertha steckt wieder tief unten im Abstiegskampf und hat zwischen vielen Sorgen und nur ein bisschen Hoffnung.

Korkut weiß spätestens jetzt, auf welchen Job er sich eingelassen hat. Diese Mannschaft bleibt in der nach unten offenen Richterskala unberechenbar – vielleicht sogar untrainierbar. War es ein Erdbeben in Mainz? Nein! Es war der ganz normale, blau-weiße Wahnsinn, der seit zweieinhalb Jahren rund um den Verein tobt.

Als das Desaster eine halbe Stunde am Dienstagabend beendet war, saß Korkut auf dem Podium der Pressekonferenz und sagte: „Wir haben in keinster Weise das hinbekommen, was wir uns vorgenommen hatten. Es war ein absolut gebrauchter Abend für uns alle, den wir nun gemeinsam analysieren müssen, um uns am Wochenende besser zu präsentieren.“

Der nächste Gegner am Sonnabend ist das Topteam aus Dortmund. Die Angst ist groß, dass es da die nächste Abreibung wie schon gegen Bayern (0:5) und RB Leipzig (0:6) gibt. Der nächste Dämpfer: Die Leistungsträger Stevan Jovetic und Suat Serdar verletzten sich In Mainz, können nicht gegen den BVB spielen. Auch bei dem rechten Außenverteidiger Peter Pekarik gibt es nach seinen Muskelproblemen noch ein dickes Fragezeichen.

Boateng: „Totalausfall von uns allen!“

Kevin-Prince Boateng übte nach der Klatsche scharfe Selbstkritik. Foto: Imago Images

Dazu kommt die Frage: Verkraftet das mentalfragile Team so schnell diese Klatsche? Kevin-Prince Boateng sagt trotzig: „Das war in Mainz ein Totalausfall von allen. Gegen Dortmund müssen wir mit Einsatz und Willen auftreten und guten Fußball zeigen.“

Das ist diese kleine Hoffnung. Korkut hat in seinen zweieinhalb Wochen Amtszeit dem Team wieder mehr Mut zur Offensive eingehaucht. Den brauchen die blau-weißen Profis auch gegen Dortmund. Nur mit Defensivarbeit wird es nicht funktionieren. Der Coach: „Das darf uns nicht nochmal passieren. Wir müssen ein anderes Gesicht zeigen. Die Mannschaft hat ja schon vorher gezeigt, dass sie es besser kann. Wir dürfen nicht alles schwarz sehen. Wir werden hart arbeiten bis zum Wochenende.“

Das sind Sätze, die auch alle Vorgänger-Trainer gesagt haben. Am Ende wurde immer bis zum Saisonschluss um den Klassenerhalt gezittert. Noch das Spiel gegen Dortmund, dann ist Mini-Winterpause. Im neuen Jahr muss dann wirklich ein echter Fortschritt her.

Lesen Sie hier mehr über Hertha BSC!>>