Zwei Herthaner gehen von Bord: Sportdirektor Arne Friedrich im Sommer, Akademie-Chef Benjamin Weber (r.) bereits Ende Februar. City-Press

Paukenschlag bei Hertha BSC! Nach dem Aus von Kurzzeit-Boss Carsten Schmidt wird auch Arne Friedrich die Blau-Weißen im Sommer verlassen. Der Sportdirektor entschloss sich dazu, seinen zum Saisonende auslaufenden Vertrag nicht zu verlängern. Benjamin Weber, entmachteter Akademie-Chef und über zehn Jahre im Klub, geht dagegen sofort von Bord. 

Hertha: Weber geht, Thiam bleibt

Seit Juli bildete Weber mit Pablo Thiam, der von Manager Fredi Bobic im vergangenen Sommer aus Wolfsburg losgeeist wurde, eine  Doppelspitze in der Akademie. Doch der eigentliche Boss soll Thiam sein. Nun geht Weber „auf eigenen Wunsch“ und nach fast 18 Jahren bei Hertha BSC. „Dass ich gemeinsam mit allen Trainern und Mitarbeitern unsere Nachwuchsabteilung weiterentwickeln konnte und das, was wir in dieser Zeit für unsere Talente erreicht haben, erfüllt mich mit Stolz.“

Während Webers Wirken schafften zahlreiche Talente den Sprung aus der Akademie in den Profibereich. Außerdem holte Hertha 2018 die Deutsche Meisterschaft der A-Junioren und qualifizierte sich für die Teilnahme an der UEFA Youth League 2019.

Windhorst dankt Friedrich für Hertha-Einsatz

Durchaus überraschender ist die Entscheidung von Arne Friedrich, im Sommer den Job des blau-weißen Sportdirektors an den Nagel zu hängen. Der ehemalige Nationalspieler rückte nach der Entlassung von Manager Michael Preetz sogar kurzzeitig und während Herthas Überlebenskampf nach der Corona-Quarantäne in der vergangenen Saison in den Mittelpunkt, sorgte zusammen mit Ex-Trainer Pal Dardai dafür, dass die Blau-Weißen den Klassenerhalt noch auf den letzten Drücker schafften.

Ursprünglich war Friedrich von Ex-Trainer Jürgen Klinsmann 2019 als Performance Manager nach Berlin zurückgekehrt. Das Amt des Sportdirektors hatte Friedrich seit 2020 inne. „Die letzten 2 1/2 Jahre waren sehr intensiv und geprägt von Veränderungen. Ich bin zurückgekehrt, um dem Verein zur Seite zu stehen und meinen Teil dazu beizutragen, Hertha BSC zu stabilisieren und in ruhigere Fahrwasser zu führen. Viele Höhen und Tiefen haben wir durchlebt, wobei für mich die positiven Momente klar herausstechen.“

Friedrich wohl zurück in die USA

Gleichzeitig grübelte der ehemalige Verteidiger stets um seine eigene Zukunft. Neben der Freiheit in seiner Wahl-Heimat Los Angeles liegt ihm vor allem die Arbeit mit seiner eigenen Stiftung am Herzen. Doch viel Zeit blieb ihm dafür als Sportdirektor nicht. Friedrich: „Ich freue mich auf die zukünftigen Aufgaben und Zeit für die anderen Projekte, die in den letzten Jahren zurückstecken mussten.“

Hertha sieht er zwar nicht am Ziel, aber trotz der weiterhin bedrohlichen Lage auf einem guten Weg: „Wohlwissend, dass dieser Prozess noch nicht abgeschlossen ist, bin ich davon überzeugt, dass Hertha BSC durch die sportliche Neuausrichtung für die Zukunft gut aufgestellt ist.“

Boss Bobic hofft, dass Friedrich in Zukunft auch in den USA weiter für Hertha am Ball bleibt. In welcher Form auch immer. Bobic: „Seine Entscheidung  ist bedauerlich, müssen wir aber akzeptieren. Es ist kein Geheimnis, dass die USA für ihn eine wichtige Rolle spielen und wir arbeiten gemeinsam daran zu schauen, wie er dort für uns zukünftig eine Hilfe sein kann.“

Lesen Sie hier mehr über Hertha BSC >>