Vize-Kapitän Niklas Stark will auf Schalke siegen und mit Hertha BSC einen Riesenschritt zum Klassenerhalt machen.  Imago

Sie lassen sich nicht unterkriegen: Hertha trotzt der nächsten Schock-Nachricht vom Saison-Aus für Stürmer Jhon Cordoba. Auf Schalke (Mittwoch, 18 Uhr) soll ein Riesenschritt zum Klassenerhalt gelingen. Vize-Kapitän Niklas Stark fordert: „Der Rasen muss brennen.“

Die vielen schlechten Nachrichten bringen Cheftrainer Pal Dardai nicht aus der Ruhe: „So ist der Fußball. Ich bin vorbereitet und heule nicht.“

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Sami Khedira zwickt weiter die Wade 

Grund zum Jammern hätte der Ungar: Zum ohnehin prall gefüllten Lazarett gesellte sich nun auch noch Cordoba. Der Kolumbianer verletzte sich wie Maximilian Mittelstädt und Matheus Cunha gegen Bielefeld – und ist im heißen Endspurt zum Zuschauen verdammt. Mit Cordoba und Cunha fehlen Hertha für das Bonusspiel beim seit eineinhalb Jahren desaströs spielenden Absteiger die treffsichersten Angreifer (beide 7 Tore).

Auch der so wichtige Einsatz des blau-weißen Ordnungshüters Sami Khedira wackelt gewaltig. Dem Weltmeister zwickt weiterhin die linke Wade, die ihn bereits um das Finale in Rio 2014 brachte.

Dabei ist die berühmte Fallhöhe im Nachholspiel beim Revierklub sowieso groß genug: Alles andere als drei Punkte, gegen die bisher in dieser Saison nur zweimal siegreichen Schalker, wäre eine Blamage.

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Doch Hertha muss gewarnt sein: Die Knappen zeigten zuletzt beim 2:4 in Hoffenheim zumindest eine Halbzeit lang, wie befreit man kicken kann, wenn der Ruf bereits völlig ruiniert ist. „Wir müssen davon ausgehen, dass sie nochmals alles raushauen“, warnt Vize-Kapitän Stark. Dardai will nicht zu viel Druck aufbauen: „Einen Punkt akzeptieren wir, wenn es drei sind, wäre es ein Traum.“

Dodi Lukebakio und Marvin Plattenhardt vor Rückkehr

Wird dieser wahr, kann Hertha mit einem weiteren Sieg am Sonnabend gegen den Tabellenvorletzten 1. FC Köln endlich einen Haken an die verkorkste Saison machen. „Natürlich ist es schon ein bisschen in den Köpfen drin. Wir können alle die Tabelle lesen, aber sollten uns auch nicht zu viele Gedanken machen“, gibt Stark die Marschroute vor. 

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Damit das gelingt und seine Spieler frisch sind, will Dardai weiter kräftig rotieren. Dafür hat er womöglich zwei Joker in der Hinterhand: Stürmer Dodi Lukebakio und Linksverteidiger Marvin Plattenhardt erhielten nach ihrer Corona-Erkrankung wieder  grünes Licht von den Ärzten.

Dardai entscheidet nach bewährter Methode: Weil das Duo in den vergangenen Wochen kaum trainiert hat, will er das Abschlusstraining abwarten und dann beiden tief in die Augen schauen: „Wenn ich dann das Gefühl habe, dass sie bereit sind, nehme ich sie mit.“