Erleichtert, aber noch lange nicht euphorisch: Hertha-Trainer Bruno Labbadia (54).  Foto:  Matthias Koch

Auf den derben Nackenschlag im Pokal folgte ein echtes Ausrufezeichen in der Liga! Keine Frage, die Blau-Weißen und Trainer Bruno Labbadia erlebten bisher eine echte Achterbahnfahrt zum Saisonstart. Doch wo steht Hertha BSC wirklich?

Erleichterung pur! Nichts anderes war in den Gesichtern von Labbadia und Hertha-Manager Michael Bremen nach dem flotten 4:1-Sieg in Bremen zu erkennen. Ganz klar: Das peinliche 4:5-Pokal-Aus bei Zweitliga-Aufsteiger Braunschweig sorgte schon früh für ganz viel Druck auf dem blau-weißen Kessel. Dass Herthas Ballermänner dann ein derartiges Offensiv-Feuerwerk abrennen, war nach der holprigen Vorbereitung nicht zu erwarten. Labbadia selbst bezeichnete den Sturm nach drei Testspielpleiten ohne eigenes Tor als zu „harmlos“.

Und jetzt? „Die Offensive hat das mit der gesamten Mannschaft sehr, sehr gut gemacht“, lobt Labbadia nach acht Toren in zwei Spielen. Doch für Labbadia ist noch lange nicht alles Gold was glänzt: „Natürlich freuen wir uns darüber, aber es wäre sehr einfach, wenn man nach zwei Spielen meint, es wäre alles schon gut.“

Verbessert war auch die Defensive. Statt fünf- klingelte es in Bremen nur noch einmal. Allen voran, weil Jordan Torunarigha nach Pokal-Sperre und Abwehrchef Dedryck Boyata nach hartnäckigen Problemen an der Achillessehne ihr Saison-Debüt feierten. „Dedryck hatte eine gute Präsenz. Er ist sehr zweikampfstark und jemand, der dirigiert“, erklärt Labbadia, mahnt aber gleichzeitig: „Wir haben noch viel Arbeit vor uns. Deswegen gehen wir sehr sachlich damit um.“

Herthas Cheftrainer weiß, dass weder Braunschweig noch der weiter stark verunsicherte Fast-Absteiger aus Bremen ein Maßstab sind. Zur ersten Standortbestimmung wird deswegen das Heimspiel gegen Frankfurt (Freitag, 20.30 Uhr).

Labbadia hofft, dass der Sieg gegen Werder ein Brustlöser war. „Wir haben eine kurze Woche“, erklärt der Hesse, der nach dem freien Montag seine Spieler am Dienstag wieder zusammentrommelt. „Es war wichtig, gut zu starten. Ich freue mich auf das Spiel gegen die Eintracht. Vor allem mit dem Dreier in Rücken.“