Niklas Stark ist seit über sechs Haren im Verein. Wird der Vize-Kapitän Herthas Leitwolf? Foto: City-Press

0:2 bei der TSG Hoffenheim, Mini-Serie gerissen. Nach zehn Spielen steckt Hertha BSC mit zwölf Punkten im unteren Mittelfeld der Tabelle fest. Der KURIER zieht ein Zwischenfazit.

Der Saisonvergleich

In den beiden Katastrophen-Spielzeiten 2019/20 und 20/21 hatten die Blau-Weißen zum gleichen Zeitpunkt jeweils elf Zähler auf dem Konto. Das ist also nur eine minimale Verbesserung. Weiß auch Trainer Pal Dardai: „In den Heimspielen gegen Wolfsburg und Freiburg haben wir Punkte verschenkt. Wir liegen vier Zähler im Rückstand.“ Dann hätte die Blau-Weißen 16, wie in Dardais Saison 2018/19 am 10. Spieltag.

Der Teamspirit

Um Faktor 2 hat sich der verbessert. Die fußballerischen Ich-AGs Matheus Cunha und Dodi Lukebakio sind weg. Am Fuß brillant, aber im Kopf zu disziplinlos, wenn es um Taktik geht. Sieht jetzt anders aus. Alle Spieler halten sich an die Anweisung des Trainers. Dardai: „Wir müssen als Team die Aufgaben lösen. Wir haben nicht wie früher Individualisten wie Marko Pantelic oder Marcelinho.“ Auch Manager Fredi Bobic sagt: „Bei uns merkt man zurzeit, dass da etwas wächst. Es ist immer noch ein Entwicklungsprozess – und daran arbeiten wir.“

Die kollektive Labilität

Hertha konnte erst einmal – beim 2:1 gegen das bundesliga-untaugliche Fürth – einen Rückstand aufholen. Das Team wirkt weiterhin konfus und blockiert, wenn es einen Gegentreffer frisst. Maxi Mittelstädt: „Wir verlieren dann den Faden. Wir alle müssen uns hinterfragen.“ Vielleicht mal nicht mit Selbstzweifeln, sondern mit trotzigem Selbstbewusstsein. Hertha war nach dem Corona-Knockout am Ende der vergangenen Saison fast schon abgestiegen. Im Power-Marathon wurde der Klassenerhalt mit sechs Spielen in 20 Tagen gesichert.

Der fehlende Leitwolf

Kevin-Prince Boateng ist lautstark, aber zuletzt meistens nur noch auf der Bank. Foto: City-Press

Kevin-Prince Boateng (34), der Ur-Herthaner, wurde im Sommer geholt. Der charismatische Leader sollte die Lücke bei der fehlenden Hierarchie schließen. Außerhalb des Platzes klappt das. Doch im Spiel selbst kann er wegen mangelnder Fitness kaum Akzente mehr setzen. Andere sind gefragt. Vielleicht Niklas Stark?

Das harmlose Offensivspiel

Dardai hat zunächst eine Kompaktheit im Mittelfeld hergestellt, um so mit geschlossenem Pressing zu agieren. Doch der nächste Schritt ist noch zu selten zu sehen. Schnelle, präzise Angriffe. Resultat: Hertha schoss bisher nur elf Tore. Nur Bochum, Frankfurt, Augsburg, Bielefeld und Fürth sind schlechter.

Das Fazit

Fortschritte sind erkennbar, aber die reichen noch nicht für eine solide Saison.

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