Trainer Tayfun Korkut und Manager Fredi Bobic versuchen, Herthas Saison noch irgendwie zu retten.
Trainer Tayfun Korkut und Manager Fredi Bobic versuchen, Herthas Saison noch irgendwie zu retten. Imago Images/Räppold/Koch

Es sah bei Hertha BSC nach dem Trainerwechsel so vielversprechend aus. Mit Tayfun Korkut (47) holten die Blau-Weißen in den ersten vier Spielen vor Weihnachten sieben Punkte. Nach dem Jahreswechsel klappte nicht mehr viel. Tiefpunkt: Die 2:3-Demütigung im Pokal gegen den 1. FC Union. Hat Korkut nach dieser Blamage noch eine Chance auf einen neuen Vertrag im Sommer?

Bei der digitalen Mitgliederversammlung am Sonntag hatte Manager Fredi Bobic noch einmal die Situation erklärt. „Wir haben einen Trainer, der bis zum Sommer unterschrieben hat. Der nicht auf Sicherheit pocht bei seinem Vertrag. Trotz dieser Konstellation, gibt es keinen anderen Trainer in der Hinterhand“, sagte Bobic und machte dann noch mal deutlich: „Es steht nichts im Wege, dass es so weitergeht, aber wir wollen Entwicklung sehen.“

Bobic: „Wir wollen Entwicklung sehen“

Von Entwicklung war beim Pokal-Aus am Mittwoch nicht viel zu erkennen. Im Gegenteil: Es war ein Rückschritt. Die Spieler verfielen in der ersten halben Stunde in alte Verhaltensmuster. Kein Mut, keine Ideen, irgendwie das aggressive Pressing der Köpenicker zu beenden und selbst in den Angriffsmodus zu gehen. War es der psychische Druck? Mangelnder Wille war es jedenfalls nicht. Denn gekämpft wurde – aber eben erst dann, als man zurücklag. Das ist der rote Faden – seit Jahren bei Hertha. Kein Trainer hat das in den Griff bekommen.

Kapitän Dedryck Boyata fasst sich nach der Pokalpleite an den Kopf.
Kapitän Dedryck Boyata fasst sich nach der Pokalpleite an den Kopf. Imago Images/Koch

Korkut konnte diese immer wieder auftauchenden, kollektiven Black-outs beim 0:4 in Mainz und beim 1:3 gegen Köln erahnen. Das Pokal-Aus brachte ihm endgültige Gewissheit: Mit ausgestrahltem Positivismus und neuem Mut-Spirit des Trainers geht das Versagen aber nicht von alleine weg.

Sonntag (17.30 Uhr) spielt Hertha gegen Bayern. Alles andere als eine Niederlage wäre eine Sensation. Trotzreaktion können die blau-weißen Profis sogar und sorgen gern mal für eine Überraschung, wenn sie totaler Außenseiter sind.

Abstiegskampf oder Siegesserie?

Für Korkuts Zukunft wird das Bayern-Spiel – egal, wie es ausgeht – aber keine Rolle spielen. Danach kommt es auf die restlichen 14 Partien an. Dank der Bundesliga-Pause hat der Coach ab Montag zwei Wochen Zeit, intensiv mit den Spielern zu arbeiten. Ab Februar kann Bobic genauer sehen, ob es eine wirkliche Entwicklung gibt.

Wenn nicht, droht Abstiegskampf bis zum Saisonende. Stand jetzt: Korkut kann nur noch mit einer überzeugenden Siegesserie auf eine Vertragsverlängerung hoffen.

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