Anne Jüngermann schaffte mit einer tollen Liebeserklärung an Hertha auf Anhieb den Sprung ins Präsidium. Foto: City-Press

Man kann sauer sein, man kann sich über Herthas Fehlstart ärgern. Doch dieser Verein lebt. In der Corona-Pandemie einfach mal in der Fankurve die Mitgliederversammlung abhalten, hat etwas von Kämpfergeist und Innovation. Mein Vorschlag: Die Freiluftveranstaltung kann man auch ohne Corona wiederholen.

Für mich gab es bei dieser Veranstaltung zwei geheime Helden. Shootingstar war Anne Jüngermann, neu gewählt ins Präsidium. Bei ihrer Bewerbungsrede sprach sie von ihrem Spaß, im Verein ehrenamtlich zu arbeiten. Ein einziger Satz reichte, um alle zu begeistern: „Ich liebe Hertha!“ Mit Herz und Begeisterung schafften sie den Sprung ins Präsidium. Schade ist nur, dass sie die einzige Frau war, die sich beworben hatte. Da muss in Zukunft noch mehr weibliche Power kommen.

Der zweite Held war nicht mal anwesend. Michael Ottow, langjähriges Präsidiumsmitglied, aber schwer krank, konnte wegen der Pandemie nicht im Olympiastadion sein. Er wurde trotzdem wiedergewählt. Darauf kann die blau-weiße Familie besonders stolz sein. Auch in harten Zeiten steht man zueinander.  Bei solchen Schicksalsschlägen, wie sie Ottow gerade widerfahren, relativiert sich sehr schnell der Frust über eine Niederlagenserie.