Erst schubsen, dann köpfen! Kölns Modeste foult erst Dardai und macht dann das 1:1. Der Treffer zählt. Imago Images/Nordphoto

Das war nix! Hertha startet mit einer Auswärtspleite in die Bundesliga-Saison. 1:3 (1:1) verlieren die Blau-Weißen trotz einer 1:0-Führung beim 1. FC Köln. Das Team zeigte mal wieder zwei Gesichter: Erste Halbzeit diszipliniert, zweite Halbzeit ein Durcheinander in der Defensive.

Vor dem Anpfiff blieb Trainer Pal Dardai vorsichtig:  „Die Unsicherheit, das komische Gefühl aus dem letzten Jahr steckt tief drin. Der nächste Schritt für uns ist ein guter Start.“ Dazu kam noch der Schreck vor dem Spiel. Stürmer Davie Selke war nicht einsatzfähig – Gehirnerschütterung nach einem Trainingsunfall mit Jordan Torunarigha. Für ihn stürmte Olympiasieger Matheus Cunha zentral. Wie lange der Brasilianer noch für die Blau-Weißen spielt, bleibt fraglich. Der spanische Klub Atletico Madrid soll mit ihm über einen Wechsel verhandeln.

Cunha sofort da

Gehen oder bleiben? Cunha bewies bei der Auswärtspartie in Köln sofort in der 6. Minute, wie wertvoll er für Hertha ist. Nach einer Freistoßflanke von Marvin Plattenhardt köpfte der Offensivkünstler. FC-Keeper Timo Horn konnte den Ball nur abklatschen. Cunha reagierte sofort, schob den Ball zu Neuzugang Stevan Jovetic und der Montenegriner staubte zum 1:0 ab. Was für ein Turbostart!

Hertha spielte zunächst ruhig weiter, obwohl die Kölner den schnellen Ausgleich wollten. In der 23. Minute dann wieder ein schneller Vorstoß. Super-Routinier Peter Pekarik flanke scharf, Kölns Rafael Czichos bekam den Ball an den Ellbogen. Elfer? Nein! Nach Videosichtung war zwar der Arm etwas vom Körper abgestreckt, aber es lag keine Absicht vor (die Regel wurde zum Glück wieder abgeändert). Deswegen gab es auch keine Proteste der Hertha-Profis.

Modeste schubst und trifft

Das war in der 41. Minute anders: Kölns Anthony Modeste schubste und drückte Verteidiger Marton Dardai mit beiden Armen völlig plump um und köpfte zum Ausgleich ein. Schiri Robert Hartmann gab auch nach Videosichtung den Treffer. Unverständlich! Kevin-Prince Boateng sah das anders: „Für mich kein Foul. Tut mir leid. Wir haben uns viel vorgenommen. Es fiel dieses 1:1 und dann brechen wir ein.“

Mit dem Frust ging es in die Pause. Und er wird noch größer! Cunha verlor in der 52. Minute den Ball an Kainz, der mit langem Pass zu Modeste. Der schoss aus spitzem Winkel aufs Tor, Keeper Alexander Schwolow konnte die Kugel nur nach vorne wischen und Kainz nickte zum 2:1 ein. Nur drei Minuten später erhöhte Kainz auf 3:1. Herthas Abwehr mit zwei Doppel-Blackouts. Niklas Stark: „Wir haben zu viele Bälle verloren, sind nicht richtig in die Zweikämpfe gekommen. Das darf so nicht passieren.“

Da war das Spiel gelaufen. Selbst Santiago Ascacibars Tor zählte nicht, er stand im Abseits (81.). Hertha startet zum ersten Mal mit Dardai mit einer Pleite in eine Saison. Der Coach nach dem Abpfiff: „Ich glaube, das war der Blitz, der uns jetzt getroffen hat. Und er war auch verdient. Wir haben unser Spiel verloren. Das Tor von Modeste? Es war eines. Das ist Männersport!“ Es gibt noch jede Menge Arbeit…

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