Herthas Lockenkopf Matteo Guendouzi jubelt in Mönchengladbach über sein blau-weißes Prämierentor.  Foto:  City-Press

Der Aufwärtstrend hält an! Hertha BSC bleibt nach dem 1:1 bei Borussia Mönchengladbach zum dritten Mal in Folge ungeschlagen. Vor allem, weil Trainer Bruno Labbadia nun endlich einen neuen Anführer auf dem Platz hat. HAARbrakadabra, Lockenkopf Matteo Guendouzi zaubert sich zum Hertha-Boss.

Guendouzis Gesicht verriet alles. „Es ist klasse, dass ich mein erstes Tor für Hertha gemacht habe“, freute sich der der Franzose mit breitem Grinsen in seiner Muttersprache und erklärte: „Ich habe mir gedacht, da darfst du nicht lang fackeln und musst gleich abziehen.“

Keine Kaufoption

Das sah man: Technisch anspruchsvoll und ohne einen Hauch von Zweifel schlenzte Guendouzi kurz nach der Pause den Ball mit dem ersten Kontakt von der Strafraumkante in den rechten Winkel zur Hertha-Führung – und brachte selbst seinen Trainer zum Staunen: „Bisher habe ich noch nicht gesehen, dass solche Tore seine Spezialität sind“, erklärte Labbadia und lobte: „Wie er das gemacht hat, war klasse.“

Doch es war nicht nur Guendouzis Treffer, der ihn zum Spieler des Spiels machte und endlich das erste blau-weiße Tor eines Mittelfeldspieler markierte. Herthas Lockenkopf zeigte am Niederrhein sein ganzes Können: Wie ein Kämpfer stopfte der Mittelfeldmann die Löcher in der Defensive. Nach vorne bewies er, was für ein guter Fußballer er sein kann. Als Ballverteiler setzte er seine Mitspieler in Szene, fand selbst auf engsten Raum (fast) immer eine Lösung. Die Konsequenz: eine bärenstarke Passquote von 92 Prozent.

Zwar konnte auch Guendouzi nicht verhindern, dass die Blau-Weißen nach seinem Tor zu passiv wurden und doch noch den Ausgleich kassierten. Dennoch: Guendouzi gibt Hertha Halt. „Matteo ist ein sehr spielintelligenter Spieler. Er ist noch sehr jung, aber er bringt bereits dieses Gewinner-Gen mit. Wir sind froh, dass wir ihn für ein Jahr bei uns haben“, freute sich Labbadia. 

Stark will Punkt vergolden

Dass die Arsenal-Leihgabe (ohne Kaufoption) überhaupt die Fahne für eine Saison auf der Brust trägt, kann Manager Michael Preetz als Coup verzeichnen. Nach seinem 8-Millionen-Euro-Wechsel 2018 vom FC Lorient nach Nordlondon gelang ihm bei den Gunners sofort der Sprung in die Stammelf.

Doch als Trainer Mikel Arteta auf Unai Emery im Frühjahr folgte, war Guendouzi genauso schnell wieder raus aus dem Team – nachdem er einen Gegenspieler würgte, der zuvor Arsenal-Keeper Bernd Leno am Knie verletzte. Preetz schlug zu, weiß aber auch: „Sein großes Temperament kann auch mal in beide Richtungen ausschlagen.“

Unter Labbadia zeigte er bisher immer nur das eine Gesicht. Und hilft damit Hertha. „Wir werden immer stabiler“, erklärte Niklas Stark und gibt die Marschroute für die noch zwei ausbleibenden Spiele gegen Mainz (Dienstag, 20.30 Uhr) und in Freiburg (Sonntag, 17.30 Uhr) vor: „Dort müssen wir den Punkt vergolden.“

Zaubert Guendouzi weiter so, stehen die Chancen gut.