Herthas Santiago Ascacibar (r.) im Duell mit Bielefelds Manuel Prietl. Das Spiel endete im Mai 0:0. Foto: Imago Images

So schnell kann sich alles ändern. Vor sieben Monaten spielte Hertha BSC unter Ex-Coach Pal Dardai im Abstiegsendspurt 2020/21 im Heimspiel 0:0 gegen Arminia Bielefeld. Sonnabend (15.30 Uhr) geht es wieder gegen die Ostwestfalen. Das Heimdebüt für den neuen Trainer Tayfun Korkut und eine völlig neue Startelf. Nur noch ein Feldspieler aus dem 0:0 im Mai ist dabei: Gestatten, Santiago Ascacibar (24), der letzte Mohikaner!

Das ist wirklich krass. Nur Torwart Alexander Schwolow und der Kampf-Gaucho sind gegen Bielefeld wieder erste Wahl. Was ist mit den anderen neun Kollegen passiert?

Verkauft, verletzt, verdrängt

Stürmer Jhon Cordoba wurde an Russen-Klub Krasnodar verkauft. Matheus Cunha ging zu Atletico Madrid. Lukas Klünter (Schulter-OP), Marton Dardai (Muskelprobleme) sind verletzt. Bleiben noch fünf Spieler übrig, die momentan nicht erste Wahl bei Korkut sind: Innenverteidiger Niklas Stark, die Außenverteidiger Maxi Mittelstädt, Deyovaisio Zeefuik, Stürmer Kris Piatek und Mittelfeldspieler Lucas Tousart, gerade erst aus der Corona-Quarantäne zurückgekommen.

Ascacibar, der letzte Mohikaner. Auf den ersten Blick vielleicht überraschend, auf den zweiten dann doch irgendwie logisch. Der Argentinier, der in der Klinsmann-Kurz-Amtszeit im Januar 2020 vom VfB Stuttgart kam, hatte zuerst ein paar Anlaufschwierigkeiten. Doch der robuste 1,68-Meter-Mann kämpfte sich in knapp zwei Jahren zur festen Größe im Mittelfeld.

„Hier kann ich mich weiterentwickeln“

In seinem ersten Jahr kam er nur auf acht Einsätze, weil ihn eine hartnäckige Fußprellung und langwierige Muskelprobleme außer Gefecht setzten. Trotzdem sagte er inmer wieder: „Ich glaube fest daran, dass ich hier das Beste aus mir herausholen und mich als Spieler weiterentwickeln kann.“ Klappte. Unter Ex-Coach Dardai wurde Ascacibar ab Januar 2021 zum echten Stammspieler.

Und das ist er auch unter Korkut. Kein Wunder, beide arbeiteten bis 2018 schon in Stuttgart zusammen. Der Trainer schätzt Ascacibars kompromisslosen Zweikämpfe. Die sind auch Sonnabend gegen Bielefeld notwendig. Korkut mahnt vor dem Tabellensiebzehnten, der sich eher aufs Verteidigen konzentriert: „Arminia ist ein sehr unangenehmer Gegner. Sie verteidigen sehr leidenschaftlich, stehen sehr tief. Es wird wichtig sein, dass wir geduldig sind und gleichzeitig zielstrebig.“

Für Ascacibar ist die Hauptaufgabe, bei Bielefelds Kontern total wachsam zu sein. Doch auch er darf mal Tempogegenstöße wagen. Vielleicht gelingt Ascacibar sein zweiter Hertha-Treffer (sein erstes Tor war beim 2:2 gegen Gladbach im April 2021). Wieder ein 0:0 gegen Arminia – egal, wer spielt - bringt Hertha diesmal nicht weiter. Ein Heimsieg ist Pflicht.

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