Herthas Jungstürmer Jessic Ngankam im harten Duell gegen Kölns Ismail Jakobs. Foto: dpa dpa/Annegret Hilse

Haken an dieses Spiel machen und noch einen größeren Haken an diese verkorkste Saison. Hertha BSC hat den Klassenerhalt im Marathon-Endspurt geschafft. Ein 0:0 gegen den 1.FC Köln, den Tabellen-17., im fünften Spiel innerhalb von 13 Tagen reicht, weil Abstiegskonkurrent Bremen (Rang 16) 0:2 in Augsburg verlor. Die Blau-Weißen haben vor dem letzten Spieltag 35 Punkte, Werder nur 31. Das reicht!

Jubel nach dem Nullnummer-Abpfiff, dann kamen die Spieler im Mittelkreis zusammen. Ganz eng, ganz kameradschaftlich, ganz freudig. Ein gelebter Schwur für den neu gefundenen Mannschaftsgeist. Trainer Pal Dardai bekam eine Kiste Zigarren geschenkt. „Da werde ich heute Abend eine von rauchen“, lachte er erleichtert.

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Dardai, der im Februar die Truppe übernahm, ist wieder mal der Retter des Vereins. „Ich bin stolz, dass wir es geschafft haben. Es war nicht einfach. Ich hatte Momente, wo ich gedacht habe: Oh, oh, was wird das? Wir haben das jetzt als Mannschaft geschafft.“

Die Notelf von Hertha (zehn Ausfälle) konnte erst mal abwarten, was die Geißbock-Elf macht. Köln musste gewinnen, die Blau-Weißen nicht unbedingt. So sah dann auch die Partie aus. Köln wollte, konnte aber nicht richtig. Die erste große Torchance hatte Elvis Rexhbecaj (17.). Doch Herthas Keeper Alexander Schwolow kratzte den Ball von der Linie. Die einzige Möglichkeit für die Blau-Weißen hatte Jessic Ngankam, der trotz Kniebeschwerden spielen konnte. Einen Konterlauf schloss das Stürmertalent, das Mittwoch den wichtigen 2:1-Siegtreffer auf Schalke erzielt hatte, mit einem Schuss aus zehn Metern ab. Doch Kölns Torwart Timo Horn parierte (39.).

Im zweiten Durchgang erhöhten die Kölner den Druck. Doch kamen zu keinem Tor. In größter Verzweiflung wollten die akut abstiegsgefährdeten Gäste sogar noch einen Elfmeter schinden (89.). Ellyes Skhiri ließ sich im Strafraum fallen, als ihn Jonas Michelbrink leicht mit dem Fuß berührte. Schiri Deniz Aytekin fiel nicht darauf rein.

Hertha nullt sich zur Rettung. Pal Dardai hat trotz des Klassenerhalt aber noch Lust auf mehr: „Wir können erleichtert sein. Aber wir haben noch ein Spiel in Hoffenheim. Wir wollen ungeschlagen bleiben. Dann geht man positiv in die neue Saison.“