Herthas Manager Fredi Bobic (l.) und Präsident Kay Bernstein wollen den Verkauf der Hertha-Anteile an die US-Investmentfirma 777 Partners.
Herthas Manager Fredi Bobic (l.) und Präsident Kay Bernstein wollen den Verkauf der Hertha-Anteile an die US-Investmentfirma 777 Partners. dpa/Stache

Gibt es am Jahresende doch noch den großen Frieden bei Hertha BSC? Nach der Unruhe, der Spionage-Affäre und dem Rückzug von Investor Lars Windhorst sehnen sich alle im Verein nach dem Abschluss dieses Kapitels. Und tun einiges dafür. Drei Tage saßen Herthas Bosse mit dem potenziellen Käufer der Hertha-Anteile, der US-Investmentfirma 777 Partners, in geheimer Mission zusammen. Manager Fredi Bobic sagt jetzt: „Warum sollst du da ein Veto einlegen?“

Alles soll diesmal besser werden. Kein naiver Investor, der nur als Geldgeber dient. Und der dann sauer wird und mehr Macht haben will, so wie es mit Windhorst und seiner Tennor-Gruppe in den vergangenen dreieinhalb Jahren gelaufen ist. Vergangene Woche gab es das erste Gespräch zwischen Präsident Kay Bernstein, Finanzboss Thomas Herrich und den 777-Bossen Josh Wander und Steven Pasko in deren Firmenzentrale in Miami. Jetzt statteten die Amis den Blitz-Gegenbesuch ab.

Hertha-Investor: Bobic unterstreicht 50+1-Regel

„Die sind mit einem Mini-Bus gekommen. Da waren schon einige da. Das fand ich super und gut“, sagt Bobic zu dem Treffen. Es war kein Händeschütteln-Meeting, sondern es ging ins Detail mit verschiedenen Arbeitsgruppen für das Sportliche und Finanzielle. „Es war ein sehr angenehmes und strukturiertes Miteinander. Sie wollten viel von Hertha wissen. Umgekehrt genau das Gleiche. Es gehe darum, Irritationen zu vermeiden. Kommunikativ ist es wichtig, dass man eine Partnerschaft mit dem möglichen neuen Investor pflegt und nicht schon einen Groll nach den ersten zwei, drei Monaten hat.“

Eine kleine Andeutung, was in der Vergangenheit von Anfang an zwischen Ex-Präsident Werner Gegenbauer und Windhorst schieflief. Bobic sagt nur: „Das, was vorher war, will ich nicht beurteilen. Da war ich noch nicht hier. Ich kann nur sagen, wie es am Ende mit Tennor gelaufen ist. Da habe ich auch keinen Bock mehr drauf.“ 

Bobic hat ein gutes Gefühl mit dem neuen Investor: „Es ist ein großer Vorteil, wenn da auch Menschen dabei sind, die Fußball-Know-how haben. Das macht es einfacher.“ 777 Partners ist noch an sechs anderen Klubs beteiligt.

Hertha-Boss Bobic: „Der Ball liegt bei 777 und Windhorst“

Investor Lars Windhorst will seine Anteile von Hertha BSC verkaufen. 
Investor Lars Windhorst will seine Anteile von Hertha BSC verkaufen.  dpa/Gateau

Die entscheidende Frage bleibt: Bekommt 777 mehr Mitspracherecht als Windhorst? Bobic wird da ganz deutlich: „Mitsprache ist immer mit Partnern zusammen. Das muss kommunikativ gestaltet werden. Aber wir haben die 50+1-Regel und am Ende entscheiden wir. Ich glaube, dass da auch jeder weiß, wie die Verhältnisse bei deutschen Fußballklubs sind.“

Hertha hat seine Hausaufgaben gemacht. Windhorst, der verkaufen will, kann dem Klub keine Vorwürfe machen, dass der Verein sich gegen die Veräußerung sperrt. Bobic: „Jetzt liegt der Ball auf der Seite von 777 und unserem aktuellen Investor Tennor. Dann kommen vielleicht alle zusammen. Wenn die Verträge gemacht sind, dann ist es ein Commitment. Warum sollst du da ein Veto einlegen? Das ist meine Meinung. Ob die Anteile am Ende wirklich veräußert werden, ist nicht mehr unser Thema. Das ist das Thema zwischen Tennor und 777.“

Und die beiden müssen jetzt über den Preis und die Konditionen des Deals verhandeln. Vergangene Woche nannte das Wirtschaftsportal Bloomberg News einige Details. Demnach will Windhorst zur Kaufsumme (er hatte insgesamt 374 Millionen gezahlt, wird diese Summe aber nicht wiederbekommen) im Gegenzug an 777 Partners beteiligt werden. Vielleicht wird das noch der große Knackpunkt ...

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