Übte für seine Köln-Rückkehr im Training eifrig das Toreschießen: Hertha-Stürmer Jhon Córdoba (27). Foto: City-Press

Auf ihn werden alle Augen gerichtet sein: Jhon Córdoba (27). Herthas bulliger Angreifer trifft am Sonnabend, 15.30 Uhr, erstmals auf seinen Ex-Klub 1. FC Köln. Im Sommer löste er einen irren Dreiecks-Deal zwischen dem Effzeh, Hertha und dem 1. FC Union aus. Nun hoffen die Blau-Weißen, dass Córdoba erneut für Wirbel sorgt. Ganz klar, Herthas Hoffnung heißt Córdoba.

„Das erste Spiel gegen den Ex-Klub ist etwas anderes. So kenne ich es zumindest von mir“, erklärt Herthas Cheftrainer und Ex-Stürmer Bruno Labbadia. Dass der Kolumbianer, kurz vor dem ersten Spieltag für 15 Millionen Euro von den Blau-Weißen verpflichtet, extra motiviert wäre, glaubt Labbadia nicht. „Er hatte dort eine gute Zeit. Und außerdem ist er immer motiviert.“

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Welche Energie Córdoba auf dem Platz entwickeln kann, sah man zuletzt beim 3:0-Sieg gegen den FC Schalke, als der Mittelstürmer nach sechswöchiger Pause und nur wenigen Trainingseinheiten nicht nur sofort traf, sondern Hertha vor allem durch seine Präsenz und Spielweise wieder auf die Beine half. Anders als der 22-Millionen-Einkauf Kris Piatek hält Córdoba Bälle und schafft dadurch Räume, in die Mitspieler vorstoßen.

Doch beim peinlichen 0:1 in Bielefeld ging Córdoba zusammen mit allen anderen Herthanern unter. „Uns war klar, dass ein schwächerer Auftritt kommen kann. Man kann sechs Wochen nicht einfach wegblasen. Vor allem, wenn keine Pause oder Vorbereitung davor möglich war“, nimmt Labbadia das 85-Kilo-Kraftpaket nach seiner Fußverletzung in Schutz und erklärt: „Jhon fehlt noch die Substanz. Da wir aber kaum Zeit zum Trainieren haben, muss er über die Spiele wieder reinkommen.“

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Wie wichtig ein fitter Córdoba für Hertha BSC ist, zeigte er quasi mit Dienstantritt. Nur drei Tage nach seinem Wechsel und in seinem ersten Spiel mit der Fahne auf der Brust traf er beim 4:1-Sieg in Bremen am ersten Spieltag. Bisher zieren sein Hertha-Konto vier Tore und eine Vorlage – allerdings verletzungsbedingt eben nur in neun Spielen.

Eine starke Quote, die sie in Köln schmerzlich vermissen. FC-Trainer Markus Gisdol muss nach fünf Spielen ohne Tor und mit nur einem mageren Pünktchen um seinen Job fürchten. Auch weil weder der von den Windhorst-Millionen vom 1. FC Union als Cordoba-Ersatz verpflichtete Sebastian Andersson noch die beiden Ex-Herthaner Ondrej Duda und Marius Wolf bisher groß aufspielen.

Das soll dafür Córdoba an alter Wirkungsstätte. Hertha braucht einen Befreiungsschlag, sonst droht Klub und Fans nach dem verkorksten Vorjahr schon wieder eine Zitterpartie um den Klassenerhalt. „Er ist ein sehr wichtiger Spieler für uns“, weiß auch Labbadia. Ganz klar, Herthas Hoffnung heißt Córdoba.