Vor knapp elf Monaten gewann Hertha völlig überlegen mit 4:0 gegen Union. Dodi Lukebakio (M.) traf zum 2:0. Foto: AFP

Dritter Derbysieg in Folge für Hertha BSC? Warum eigentlich nicht? Die Blau-Weißen stecken im Abstiegskampf, Union ist sieben Plätze und 14 Punkte besser und damit Favorit. Trotzdem ist ein Auswärtssieg in der Försterei drin. Der KURIER erklärt fünf Gründe für den nächsten Derby-Dreier.

Formbarometer: Seit Pal Dardai wieder Cheftrainer ist, wirkt das Team wieder homogener und spielt immer besser. Zunächst gab es gegen die Hammergegner Frankfurt, Bayern, Leipzig und Wolfsburg keine Punkte, obwohl gut mitgespielt wurde. Trotz der Enttäuschungen brach die Mannschaft in den Wochen nie mental zusammen. Jetzt gab es in den Wendepunkt. Das 3:0 gegen Leverkusen war ein Indiz, dass es wieder aufwärts geht. Es  schafft außerdem wieder mehr Selbstsicherheit. „Wenn wir unsere Spiele im März (2:1 gegen Augsburg, 0:2 in Dortmund, 3:0 gegen Leverkusen, die Red.) sehen, können wir optimistisch ins Derby gehen“, so Sportdirektor Arne Friedrich.

Druck und Wille: Co-Trainer Zecke Neuendorf fasste es so zusammen: „Ob dieses Spiel ein Derby ist oder nicht, ist egal. In unserer Situation brauchen wir die drei Punkte.“ Die Mannschaft hat zuletzt bewiesen, dass sie mit Rückschlägen und psychischem Druck fertig werden kann und trat geschlossen als Team auf. Das wird auch heute so sein.

Unions Problem: In den vergangenen zwei Derbys setzten sich die rot-weißen Profis zu sehr unter Druck und waren gelähmt. Nach dem 0:4 im Mai und dem 1:3 im November ist der Druck nicht geringer geworden, obwohl das Team durch eine tolle Saison den Klassenerhalt längst sicher hat.

Bessere Einzelkönner: Union sticht durch einen vorbildlichen Teamgeist mit kompakter Spielweise und Aggressivität in den Zweikämpfen hervor. Hertha muss dagegenhalten, dann werden das Spiel die technisch besseren Profis wie Matheus Cunha, Dodi Lukebakio oder Lucas Tousart entscheiden.

Schläfrigkeit abgestellt: Herthas größtes Manko in dieser Saison, bei Ecken und Freistößen waren nicht immer alle im Strafraum hellwach und es wurden so zu viele Gegentore kassiert. Dardai: „Wir haben uns viel Videomaterial angeschaut. Zusätzlich haben wir viel korrigiert und an Standards gearbeitet. Aber wir hatten auch andere Schwerpunkte gesetzt, nicht nur ausschließlich ruhende Bälle.“