Lars Windhorst (r.) platzt nach zweieinhalb Jahren als Hertha-Investor der Kragen, er kritisiert den Klub scharf und schießt wohl gegen Präsident Werner Gegenbauer. Imago

Das ist mal eine blau-weiße Bombe mitten im Abstiegskampf! Millionen-Investor Lars Windhorst platzt der Kragen, er kritisiert in bisher nicht gekannter Schärfe die Klub-Bosse. Frontalangriff vom Geldgeber: Lars Windhorst nimmt Hertha BSC auseinander!

Windhorst kritisiert Hertha scharf

„Ich habe darauf gesetzt, dass bei Hertha rational und in die Zukunft denkende Leute das Sagen haben, die auch nachhaltig den Erfolg wollen“, sagte der Unternehmer dem Wirtschaftsmagazin Capital.

Mittlerweile sei aber deutlich geworden, dass es einigen handelnden Personen im Klub um „Machterhalt und Klüngelei“ gehe, betonte der 45-Jährige, ohne konkrete Namen zu nennen. Wer gemeint ist, scheint klar. Hertha-Präsident Werner Gegenbauer.

Windhorst sieht Gegenbauer als Bremser

Windhorst sieht Gegenbauer als Hauptgrund des Niedergangs, als Bremser bei der Modernisierung des Klubs. Der Finanzmanager will mehr mitreden. Die Meinungsverschiedenheiten zwischen den beiden schwelen von Beginn an.

Nicht nur Windhorst ist mit dem Hertha-Boss, der seit knapp 14 Jahren im Amt ist, unzufrieden, auch viele Mitglieder. Bei seiner Wiederwahl im Oktober kam Gegenbauer gerade mal noch auf 54 Prozent, obwohl es keinen Gegenkandidaten gab.

Windhorst bereut Hertha-Investment

Zurück zu Windhorst: Der geht bei seinem Rundumschlag so weit, dass er seine Zahlungen von insgesamt 374 Millionen Euro seit 2019 mittlerweile als Fehler bezeichnet. Herthas Geldgeber: „Ehrlich gesagt, aus heutiger Sicht ja, leider. Bislang hat mir das Investment bei Hertha abgesehen von positiven Erfahrungen mit vielen Mitgliedern nur Nachteile gebracht.“

An Aufgeben und einen Rückzug denke er aber nicht, beteuerte Windhorst erneut: „Ich lasse mir von niemandem dort 374 Mio. Euro verbrennen und werde darum niemals aufgeben.“

Hertha seit Windhorst-Einstieg im freien Fall

Windhorst hält im Gegenzug für seine gezahlten 374 Millionen Euro über eine Tochter-Firma seiner Tennor-Holding 64,7 Prozent der Hertha BSC GmbH & Co. KGaA (nicht am Verein).

Sportlich stehen die Blau-Weißen seit dem Einstieg Windhorsts schlechter da als zuvor. Aktuell wartet die Mannschaft von Trainer Tayfun Korkut weiter auf den ersten Sieg im Jahr 2022 und steckt mit nur einem Zähler Vorsprung auf den Relegationsrang wie in den vergangenen zwei Jahren knietief im Abstiegskampf.

Hertha wundert sich über Windhorst-Aussagen

Hertha reagierte auf Anfrage indessen verwundert auf Windhorts Aussagen. „Herr Windhorst hat sich bisher weder in entsprechenden Sitzungen des Vereins noch gegenüber Personen im Verein in dieser Form geäußert“ hieß es von Vereinsseite am Mittwoch: „Alle Entscheidungen wurden seit seinem Einstieg bei Hertha BSC einstimmig im Beirat beschlossen. Wir werden ihn dazu befragen.“

Die neuesten Geschehnisse rund um Windhorst kommen zu einem denkbar schlechten Zeitpunkt, die Stimmung an der Spree ist schlecht, das Verhältnis zu den Fans belastet und die sportliche Situation prekär.

Lesen Sie hier mehr über Hertha BSC >>