Fredi Bobic hat als Manager wirklich keinen leichten Start bei Hertha BSC. Foto: Imago Images/Nordphoto/Engler

Fredi Bobic hat wohl den härtesten Job als Bundesliga-Manager. Am 1. Juni heuerte er bei Hertha BSC an. Die Erwartungen an den Traditionsklub sind immer hoch. Sie wurden noch erhöht, weil es zwei Jahre vorher ein 374-Millionen-Euro-Investment durch Lars Windhorst gab. Nach zwei Jahren Dauerkrise sollte es Bobic endlich richten. Doch so schnell geht das alles nicht – Hertha ist wieder mal im Abstiegskampf. Freitag ist der Manager 200 Tage im Amt, eine kleine Zwischenbilanz.

Auf die Frage, ob er sich den Job so schwierig vorgestellt hat, antwortet Bobic so: „Ja, natürlich eindeutig. Ich wusste, dass es nicht einfach wird. Aber einfach kann jeder. Es reizt mich gerade, wenn eine Aufgabe schwierig ist.“

Frankfurt war 2016 nach einem halben Jahr auf Platz 4

Bobic ist ein Macher, er lässt sich nicht so schnell vom Kurs abbringen. „Ich weiß ich mache, habe eine klare Denke. Es werden Ziele  definiert und daran arbeiten wir.“ Als er Eintracht Frankfurt 2016 übernahm hatten die Hessen zuvor in der Relegation gerade noch so den Klassenerhalt geschafft. „Wie hieß es da immer: Frankfurt, die launische Diva. Gegen das Image musste man gegenarbeiten“, erinnert sich Bobic. Im ersten halben Jahr zündete die Fredi-Rakete. Am 16. Spieltag der Saison 2016/17 war Eintracht Tabellenvierter.

Hertha ist jetzt Tabellenvierzehnter. Doch so oberflächlich kann man es nicht sehen. Denn auch in Frankfurt schlug zunächst die „launischen Diva“ wieder zu. In der Rückrunde lief nicht mehr viel, Eintracht wurde nur Elfter. Die großen Erfolge, der Pokalsieg und der Europa-League-Rausch kamen erst später.

„Es gibt keine Blaupause“

„Man kann nicht einfach eine Blaupause übertragen. Jeder Verein ist anders und bei einer Entwicklung gibt es immer Rückschläge. Das muss man immer mit einberechnen“, sagt Bobic. Gefühlt ist das erste halbe Jahr bei Hertha für Bobic ein Stakkato an Rückschlägen. Beim Kassensturz wurde schnell klar, dass Bobic auf Sparkurs gehen muss. Teure Stars? Fehlanzeige! Dazu die Pandemie mit weniger Einnahmen. Mit Pal Dardai wollte er mindestens bis zum Saisonende als Trainer arbeiten, um Kontinuität auf dem Posten zu bekommen. Wurde nichts draus, weil Hertha nicht mal stabil im Mittelfeld ist, sondern mal wieder im Abstiegskampf.

Nachfolger Tayfun Korkut soll es jetzt richten.  Der neue Offensivgeist war beim 2:2 in Stuttgart und beim 2:0 gegen Bielefeld zu sehen. Die Hoffnung war groß. Doch es folgte ein desaströser 0:4-Auftritt in Mainz. Der nächste Tiefpunkt. Sonnabend (18.30 Uhr) schließt Hertha die Hinrunde mit dem Heimspiel gegen Topklub Dortmund ab. Die Spieler sind gefordert. Eine echte Trotzreaktion des Teams als Weihnachtsgeschenk an die treuen Fans. Dann könnten die nächsten 200 Tage auch für Bobic endlich mal angenehmer werden…

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