Die Drähte glühen: Hertha-Boss Fredi Bobic zog in nur einer Woche einen neuen Trainer und zwei Spieler an Land. Weitere werden folgen. Imago

Lange musste er warten, ja sogar zittern. Doch die drohende Handlungsunfähigkeit als Geschäftsführer durch die vielen Rücktrittsbeben im Hertha-Präsidium wurde auf der turbulenten Mitgliederversammlung abgewehrt. Gut für Fredi Bobic, noch besser für Hertha BSC. Denn die erste Woche nach der MV zeigt: Herthas Manager hat einige Deals in der Pipeline und könnte mit einem Jahr Anlauf seinem Ruf als genialer Kaderplaner gerecht werden. Bum, bum, bum, Bobic explodiert: Hertha BSC sieht in Zukunft Schwarz.

Mehr als einen Monat ließ die Verkündung auf sich warten. Seit Donnerstag ist nun endlich alles offiziell: Sandro Schwarz wird neuer Cheftrainer von Hertha BSC. Der 43 Jahre alte Mainzer folgt auf Retter Felix Magath und unterschrieb einen Zweijahresvertrag.

Schwarz kommt ablösefrei aus Russland, löste seinen Vertrag nach knapp zwei Jahren bei Dynamo Moskau kurz zuvor auf – und soll in Zukunft Hertha BSC ein Gesicht, eine Handschrift und vor allem viel Energie auf dem Platz verleihen. Schwarz: „Hertha BSC hat eine schwierige Zeit hinter sich. Das mit Arbeit, Freude und viel Energie zum Positiven zu wandeln, darauf freue ich mich jetzt total.“

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Hertha BSC: Fredi Bobic schwärmt von Sandro Schwarz

Hertha BSC
Sportchef Fredi Bobic (r.) und Sandro Schwarz, der neue Cheftrainer von Hertha BSC

Schwarz ist für Bobic der erste richtige Schuss auf der Trainerposition. Bei Dienstantritt ließ er Pal Dardai trotz seiner Bedenken gewähren, bevor er mit Tayfun Korkut und Felix Magath zwei Feuerwehrmänner holte. Die größten Brände wurden durch die Last-Minute-Rettung in der Relegation gelöscht. Jetzt soll wiederaufgebaut werden – mit Schwarz. Bobic: „Bei der Suche nach einem neuen Trainer für Hertha BSC standen für mich neben den fachlichen Qualitäten auch Begeisterungsfähigkeit, Leidenschaft und Emotionalität im Blickpunkt.“

Bobic schafft damit Fakten auf der Überholspur und weckt bei allen Hertha-Fans Hoffnungen, endlich das zu schaffen, was ihm zuvor bei Eintracht Frankfurt eindrucksvoll gelungen ist: Spieler zu verpflichten, die liefern und ihre Marktwerte mächtig steigern. Ein Team aufzubauen, dass mit Leidenschaft erfolgreichen Fußball spielt.

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Hertha BSC: Fredi Bobic schafft Fakten

Imago
Sebastian Szymanski soll sich nach zwei Jahren bei Dynamo Moskau bereits von seinem Teamkollegen verabschiedet haben. Wechselt der Pole zu Hertha BSC?

Vor Schwarz holte der Kaderplaner erst das an Absteiger Greuther Fürth verkaufte Sturmtalent Jessic Ngankam per Rückkaufoption zurück nach Berlin, verpflichtete direkt im Anschluss Kroatiens Abwehrkante Filip Uremović (Marktwert: 6 Mio. Euro) als Ersatz für Niklas Stark ablösefrei von Rubin Kasan.

Personal mit dem Schwarz Hertha eine DNA geben soll. Bobic: „Sandro kann mit seiner Persönlichkeit und der aktiven und vorwärts gewandten Art Fußball spielen zu lassen, eine Bindung zwischen grünem Rasen und dem Umfeld schaffen. Das ist das, was wir bei Hertha BSC brauchen.“

Lotst Schwarz Dynamos Szymanski zu Hertha?

Was Hertha auch braucht: einen Spielmacher. Passend dazu schwappen Meldungen aus Polen rüber, dass Schwarz seinen Dynamo-Spielmacher Sebastian Szymanski mitbringen könnte. Szymanskis polnischer Nationaltrainer plauderte aus dem Nähkästchen, verriet das Hertha an Szymanski (Marktwert: 13 Mio. Euro) dran sei.

Ob sich Szymanski, der bei Dynamo eigentlich noch bis 2026 unter Vertrag steht und wie Ex-Hertha-Spielmacher Ondrej Duda bei Legia Warschau ausgebildet wurde, auch mit den Russen auf eine Vertragsauflösung einigen kann und damit ebenfalls ablösefrei wechseln könnte, ist noch ungewiss.

Klar ist dagegen: Bobic lässt seinen Worten vom Umbruch auch Taten folgen und hat dafür einige Kandidaten in petto. Mit Schwarz hat er bei der wichtigsten Personalie Fakten geschaffen. Weitere werden folgen.

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