Krzysztof Piatek traf für Polen gegen die Ukraine. Sonnabend will Herthas Pistolero mit dem Toreschießen gegen Dortmund weitermachen. Foto: imago images/Newspix

Packt er es jetzt? Seit über zehn Monaten ist Stürmer Kris Piatek (25) bei Hertha BSC. Den Durchbruch hat der Pole noch nicht richtig geschafft. Jetzt muss der Pistolero aber am Sonnabend (20.30 Uhr) gegen Borussia Dortmund richtig scharf schießen. Denn Jhon Cordoba, Stürmer Nummer 1, fällt bis Jahresende mit einer Knöchelverletzung aus.

Mit viel Lob von Herthas ehemaligem Abhau-Trainer Jürgen Klinsmann wurde Piatek im Januar empfangen: „Ein Vollblutstürmer, der weiß, wo er hinzulaufen hat. Er bringt uns eine Qualitätssteigerung.“ Doch davon war bisher nicht viel zu sehen. In 15 Rückrundenspielen der vergangenen Saison kam er auf gerade mal vier Tore, davon waren auch noch zwei verwandelte Elfmeter.

Als im Sommer Cordoba kam, rückte Piatek noch weiter in den Hintergrund. Manager Michael Preetz sagt jetzt: „Er hat auch in der für ihn schwierigeren Zeit immer gut gearbeitet und will sich durchsetzen. Der Aufwärtstrend ist klar zu erkennen. Kris hat gut trainiert in den letzten Wochen, er hatte einen guten Einsatz in Augsburg, konnte den Faden weiterspinnen mit dem Tor im Länderspiel gegen die Ukraine. Das alles wird ihm guttun.“

Was absolut für die ansteigende Form Piateks spricht: Als sich Cordoba vor zwei Wochen beim 3:0 in Augsburg in der ersten Halbzeit so schwer verletzte, stand der polnische Nationalstürmer ohne Anlaufschwierigkeiten bereit, machte ein Tor selbst und bereitete eines vor.

Den gleichen Eindruck hat auch Bruno Labbadia, doch der Coach fordert auch. „Er muss noch mehr seine Gefährlichkeit in die Halbräume reinbringen. Da muss er noch öfter reinstarten. Da hat er in Augsburg einen guten Anfang gemacht.“

Was davor das Problem war. Piatek wirkte oft als Fremdkörper im Team. Seine offensiven Mitspieler wie Matheus Cunha oder Dodi Lukebakio wussten nie genau, wie sie Piatek in Szene setzen sollen. Nach intensiven Gesprächen mit dem Stürmer hat Labbadia nun einen Weg gefunden. „Ich glaube, bei jedem Spieler verändert sich etwas, wenn er in eine andere Mannschaft kommt. Jeder hat seine Stärken. Ich glaube nicht, dass wir ihn komplett umstellen müssen. Wir müssen seine Stärke zum Vorschein bringen“, so Herthas Trainer.

Vielleicht kommt der große Befreiungsschlag heute gegen Dortmund – für Piatek und für Hertha. Preetz ist da optimistisch: „Kris brennt auf die Partie.“ Peng! Peng! Pistolero, mach dich und alle Hertha-Fans glücklich!