Hertha-Boss Fredi Bobic ist ständig am Telefon. Derzeit aber nur, um Spieler zu verkaufen oder bei der Stange zu halten.
Hertha-Boss Fredi Bobic ist ständig am Telefon. Derzeit aber nur, um Spieler zu verkaufen oder bei der Stange zu halten. Imago

Hertha BSC braucht Geld. Deswegen muss Sportchef Fredi Bobic den aufgeblähten blau-weißen Kader ordentlich ausmisten. Besonders die seit der Finanzspritze von Investor Lars Windhorst teuer eingekauften Stars sollen verkauft werden, um Bobic’ Handlungsspielraum auf dem Transfermarkt deutlich zu erhöhen. Doch die Fußball-Welt ist nach Corona nicht mehr die Gleiche. Das zeigt der Verkauf von Eduard Löwen. Fettes Millionen-Minus: Hertha-Boss Fredi Bobic – harter Kampf mit den Altlasten.

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Die Freude über den Transfer von Eduard Löwen war bei Hertha BSC groß. Ein talentierter U21-Europameister für das zentrale Mittelfeld, der nicht nur mit seinen exzellenten Freistößen für Torgefahr sorgt. Entsprechend tief griff Hertha 2019 in die Tasche, überwies satte sieben Millionen Euro an den 1. FC Nürnberg.

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Drei Jahre und zwei Leih-Geschäfte später ist Löwen bei Hertha BSC Geschichte. Magere 386 Einsatzminuten, verteilt auf 13 Einsätze sammelte der Deutsch-Russe im seiner ersten und einzigen blau-weißen Saison. Besser lief es danach in Augsburg (16 Spiele) und vor allem im vergangenen Jahr beim VfL Bochum (28 Einsätze). Entsprechend enttäuscht blickt Löwen auf seine Hertha-Zeit zurück: „Ich habe keine richtige Chance bekommen.“

Eduard Löwen beschert Hertha sattes Millionen-Minus

Eduard Löwen, hier im Duell mit Sami Khedira, spielte bei Hertha BSC kaum eine Rolle.
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Eduard Löwen, hier im Duell mit Sami Khedira, spielte bei Hertha BSC kaum eine Rolle.

Nun zieht es den 25-Jährigen in die USA zum MLS-Klub St. Louis City. Die kassierte Ablöse lässt viele Hertha-Fans fassungslos zurück: eine Million Euro.

Auch wenn durch kleinere Boni die Summe noch etwas anwachsen könnte, es bleibt ein sattes Millionen-Minus. Die Mini-Ablöse schmerzt sogar doppelt, weil Bobic offen zugibt, dass es zunächst in der Kasse klingeln muss, bevor Hertha selbst auf Shoppingtour gehen kann: „Wir müssen unser Personalbudget abbauen, wir müssen noch Geld einnehmen.“

Hertha-Boss Fredi Bobic muss Spieler verkaufen

Das Problem: Solange Bobic in der Warteschleife hängt, drohen eigentlich bereits eingetütete Transfers noch zu scheitern. Bobic: „Wir haben unsere Hausaufgaben gemacht, einige Transfers fast schon finalisiert. Wir müssen aber auf den einen oder anderen Abgang warten und dann hoffen, dass die Spieler noch auf dem Markt sind. Und wir uns sie leisten können.“

Jüngstes Beispiel: Mit Alex Kral (24, Marktwert: sieben Mio. Euro), tschechischer Nationalspieler von Spartak Moskau und auf der Löwen-Position im Mittelfeld zu Hause, befindet sich seit Wochen Anflug. Eine durch die Löwen-Ablöse finanzierte Landeerlaubnis wird es für Kral wohl nur schwer geben.

Keine Landeerlaubnis für Hertha-Kandidat Alex Kral

Und: Weitere fette Minusgeschäfte werden folgen: Kris Piatek (kam einst für 22 Mio. Euro vom AC Mailand) und Dodi Lukebakio (20 Mio., FC Watford) werden ebenfalls nur ein Bruchteil der Ausgaben wieder einbringen.

Immerhin: Omar Alderete (4 Mio., FC Basel) steigerte (als einziger verliehener Hertha-Profi) seinen Marktwert beim FC Valencia auf zehn Mio. Euro und soll bei vielen Klubs auf der Liste stehen. Alsbald erwartet Bobic aber keinen Verkauf. Der Sportboss mit einem Schmunzeln: „Die Südländer schlafen gefühlt noch. Im Juli merken dann alle, dass es bald los geht. Dann kommt Panik auf.“

Bobic, der sich als Manager bei Eintracht Frankfurt einen Namen als exzellenter Einkäufer machte, bleibt angesichts des schleppenden Abverkaufs dennoch gelassen, verspricht den Fans: „Es wird uns gelingen. Ich habe keine Bauchschmerzen.“

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