Herthas Trainer Felix Magath musste in Leverkusen oft laut an der Seitenlinie werden. Es half aber nichts. Foto: imago images/Team2

Sonnabend beim 1:2 in Leverkusen stilvoll mit hellblauer Krawatte bei seinem Bank-Comeback in der Bundesliga. Sonntagmorgen beschritt Herthas neuer Cheftrainer Felix Magath (68) wieder im Trainingsanzug mit dickem, langem Mantel den Schenckendorffplatz. Eine zehnminütige Ansprache folgte an die Spieler mit der Kernbotschaft: „Im Derby müsst ihr die Kurve kriegen!“

Der eisige Wind wehte über den Trainingsplatz. Die Profis standen im Kreis und rührten sich nicht. Denn Magath sprach, eindringlich und laut: „Ihr müsst euch fragen: Warum haben wir verloren?“

Der Trainer-Guru hatte da längst seine Analyse gemacht: „Ich habe nach dem Sieg gegen Hoffenheim (3:0, d. Red.) geglaubt, dass allen klar ist, dass wir über den Kampf und Einsatz da rauskommen müssen.“ Passierte aber in der ersten Halbzeit nicht in Leverkusen – 1:2 zur Pause und gleichzeitig der Endstand.

Hertha-Coach Magath: „Das war zu wenig“

„Das war viel zu wenig. Es lag nicht am Kampfeswillen. Aber wenn man unten steht, ist man spielerisch nicht so gut. Das ist der falsche Ansatz, dann mitspielen zu wollen. Deswegen muss man kämpfen, anders wird man unten nicht rauskommen“, erklärte der Coach noch mal.

Und holte dann er zum psychologischen Trick aus und sagte in die Runde: „Ihr habt euch selbst in diese Situation gebracht, ich war das nicht. Ihr müsst euch da auch selbst wieder rausholen.“

Mit zwei Sätzen hat er die Illusion zerstört, dass mit ihm, dem erfahrensten Bundesliga-Trainer, alles wieder von alleine läuft und man irgendwie im Saisonendspurt doch noch den Klassenerhalt schafft. Die Spieler sind in der Verantwortung, sie müssen in den absoluten Kampfmodus.

Felix Magath fordert: „Packt die Chance an“

Schafft es Magath nicht, genau dieses in die Köpfe hineinzubekommen, ist der Abstieg besiegelt. Bestimmt und sachlich spricht der Coach es an – ohne zu brüllen: „Bis zum Derby müssen wir zulegen. Es wird noch ein langer Weg bis zum Klassenerhalt. Aber wir haben die Chance, packt es an!“

Das Derby gegen den 1. FC Union am Sonnabend (18.30 Uhr, Sky) könnte schon die Vorentscheidung im Abstiegskampf werden. Mit einer Pleite wären nicht nur die Punkte futsch, sondern viel mehr: Der „Neue-Trainer-Effekt“, das Selbstbewusstsein und ein Stückchen auch der Glaube, dass man dann in den restlichen fünf Spielen (Augsburg, Stuttgart, Bielefeld, Mainz, Dortmund) vier Siege holen kann.

Lesen Sie hier mehr über Hertha BSC >>