Könnte nur einen Tag nach seinem 16. Geburtstag gegen Hertha BSC sein Profi-Debüt geben: Dortmunds Super-Talent Youssoufa Moukoko. Foto: Imago Images

Manch ein Hertha-Fan malt den Teufel bereits an die Wand. Ausgerechnet (!) gegen die Blau-Weißen kann Dortmunds Wunderkind Youssoufa Moukoko (15) sein Bundesliga-Debüt am nächsten Spieltag (21. November, 20.30 Uhr) feiern.

„Er hat das Tor-Gen, egal, ob du bei der U19 drei oder vier Buden machst, wenn du die regelmäßig machst, hast du das Gen irgendwann“, schwärmt BVB-Boss Hans-Joachim Watzke (61) über Moukoko. 

Der Deutsch-Kameruner ist seit Jahren in aller Munde. Besonders weil er – ganz egal in welcher Altersklasse – einfach jeden Gegner in Grund und Boden ballert. Vergangene Saison erzielte er als 14-Jähriger in der A-Junioren-Bundesliga 34 Tore in 20 Spielen. Diese Spielzeit stehen bei den U19-Junioren zehn Treffer zu Buche – in drei Spielen.

Haaland schwärmt

Weil er auch von viel Älteren nicht zu stoppen ist, gilt der deutsche U20-Nationalspieler als derzeit größtes Sturm-Juwel überhaupt. Und auch wegen Moukoko änderte die Liga ihre Statuten, sodass nun 16-Jährige im Oberhaus spielen dürfen (bisher musste man zumindest im Laufe einer Saison seinen 17. Geburtstags feiern).

„Er ist viel besser als ich mit 15“, schwärmt ausgerechnet Dortmunds Super-Stürmer Erling Haaland (20), nachdem Moukoko im Sommer im Trainingslager der Profis wirbeln durfte. Watzke bringt Moukoko bereits als Ersatz für Haaland ins Spiel. In dieser Saison wohlgemerkt. „Es ist ja ideal. Wenn Erling mal eine Pause braucht, dann wird der Trainer es ja vielleicht mal mit Youssoufa versuchen“, erklärte der BVB-Boss.

Hertha-Trainer Bruno Labbadia macht Moukokos Fabelquote keine Angst. Im Gegenteil. Labbadia gilt als Förderer der Jugend, ließ Timo Werner beim VfB Stuttgart mit 17 Jahren in der Bundesliga debütieren und schickte jüngst beim 3:0-Sieg in Augsburg Marton Dardai (18) erstmals in der Bundesliga aufs Feld. Von Moukoko habe er zwar nur ein paar Bilder gesehen, „aber wenn Talente reif genug und klar im Kopf sind, finde ich es schön, wenn sie früh hochkommen“.

Kehl tritt auf die Bremse

Das sieht der BVB offenbar ganz ähnlich: Die Borussen meldeten das Super-Talent bereits für die Champions League. Kommt Moukoko gegen den FC Brügge am 24. November im Alter von 16 Jahren und vier Tagen zum Einsatz, löst er den bisher jüngsten Spieler der Königsklasse Celestine Babayaro (debütierte 1994 für den RSC Anderlecht im Alter von 16 Jahren und 86 Tagen) ab.

Dortmund-Sportdirektor Sebastian Kehl bremst jedoch die Erwartungen: „Wir haben uns danach gesehnt, dass er bei den Profis reinschnuppern kann. Aber wir müssen ihm die nötige Ruhe und Zeit geben.“

Wie viel Zeit Moukoko tatsächlich bekommt, wird sich spätestens einen Tag nach seinem 16. Geburtstags zeigen. Dann, wenn Hertha am Abend auf den BVB trifft.