Herthas Fans hingen Protest-Plakate auf und jetzt störten sie das Geheimtraining vor dem Bayern-Spiel.  Foto: Imago Images

Herthas Fanszene kocht nach dem 2:3-Pokalderby gegen den 1. FC Union. Jetzt sind einige aber doch zu weit gegangen. Rund 80 Hardcore-Anhänger kamen Sonnabend zum Geheimtraining und protestierten, sprachen Spieler direkt an. Es war das Abschlusstraining für das Heimspiel gegen die Bayern am Sonntag (17.30 Uhr). Ein Heiligtum für jeden Profifußballer, das unterbrochen werden musste. Noch schlimmer: Durch den Massenandrang herrschte erhöhte Infektionsgefahr wegen Corona.

Seit 22 Monaten herrschen strenge Sicherheitsvorkehrungen auf dem blau-weißen Trainingsgelände, um das verdammte Virus in den Griff zu bekommen. Zuschauer sind nur teilweise zugelassen und dürfen sich den Spielern nicht nähern.

Polizei beim Hertha-Training

Der Verein teilte mit, dass „eine Gruppe von Fans aus der organisierten Fanszene beim nicht-öffentlichen Training war“. Sie habe das Gelände in der Nähe des Olympiastadions „geordnet wieder verlassen, nachdem sie der Mannschaft ihre Botschaft übermittelt haben“. Klingt höflich, doch ganz so vornehm ging es dann doch nicht zu. 

Ein Sprecher der Berliner Polizei bestätigte dem Fernsehsender RBB eine verbale Auseinandersetzung mit etwa 80 Personen. Demnach hätte einige Fans auch den Platz betreten. Lautstark hätten die Anhänger der Hertha ihren Unmut und ihre Unzufriedenheit mitgeteilt. Die Polizei wurde zwar gerufen, musste aber nicht eingreifen.

Corona-Sorgen bei Hertha

Einige Spieler sowie Trainer Tayfun Korkut sollen von den vermeintlichen Ultras auch direkt angesprochen worden sein. Und das wiederum könnte eventuell noch zum Corona-Problem werden.

Am Mittwoch war Hertha im DFB-Pokal durch ein 2:3 gegen Stadtrivale 1. FC Union ausgeschieden und spielt auch als 13. in der Bundesliga weit unter den Erwartungen. Nach dem Aus im Achtelfinale war am Donnerstag am Trainingsgelände bereits ein großes Plakat mit der Aufschrift „SCHANDE!“ an einem Zaun aufgetaucht.

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