Hertha-Trainer Bruno Labbadia war mit Javairo Dilrosun (r.) beim Derbysieg gegen den 1. FC Union zufrieden, will aber noch mehr sehen. Foto: City-Press

Vom Sorgenkind zum Hoffnungsträger! Flügelflitzer Javairo Dilrosun (22) zeigte beim 3:1-Derbysieg gegen den 1. FC Union endlich, was alles in ihm steckt. Seine zwei Vorlagen drehten das Spiel, kürten Doppeltorschütze Kris Piatek zum Matchwinner. Der heimliche Sieger ist für Trainer Bruno Labbadia aber Dilrosun.

„Das hat Javairo gebraucht. Und wir auch“, erklärt Labbadia erleichtert und lobt den U21-Nationalspieer der Niederlande: „Wir haben wenige Spieler, die so stark im Eins-gegen-Eins sind und so ein Tempo haben. Das war ein guter Anfang.“

Dilrosun selbst war einfach nur glücklich. So sehr, dass er nach dem emotionalen Derby kaum abschalten konnte. „Ich habe nicht lange geschlafen. Das war ein großes Spiel für uns und ein wichtiger Sieg“, sagt er mit breitem Grinsen und erklärt: „Ich habe lange auf diesen Moment gewartet und bin einfach froh, dass ich eingewechselt wurde und die Vorlagen geben konnte.“

Der Körper streikt immer wieder

Die Erleichterung ist so groß, weil er diese Saison bisher überhaupt noch nicht in den Tritt kam. Zu verletzungsanfällig scheint sein Körper, der ihn immer wieder ausbremste. Diese Saison schmerzte der Oberschenkel so sehr, dass er die ersten drei Spieltage verpasste. Auch danach war er bisher kein Startelfkandidat. „Ich habe mit meinen Trainerteam zwei intensive Gespräche mit ihm geführt“, verrät Labbadia. Der Grund? „Er hat uns in den Einheiten nicht so gefallen. Jav hat Potenzial, hat es aber viel zu wenig gezeigt.“

Die Kritik und die Gespräche scheinen gewirkt zu haben. Dilrosuns Tempo und seine schnellen, wendigen Dribblings waren entscheidend, dass Hertha das Prestigeduell gegen die Eisernen nach dem Rückstand noch drehte und lautstark in der Kabine feiern konnte. Durch seine Einzelaktionen setzte er Piatek in Szene, der endlich seine Torkrise wegballerte.

Weil beim schweren Auswärtsspiel in Mönchengladbach (Sonnabend, 15.30 Uhr) Herthas bester Offensivspieler Matheus Cunha (21) seine Gelbsperre absitzen muss, hofft Labbadia umso mehr, dass Dilrosun im Training weiter wirbelt – und sein verletzungsanfälliger Körper den Belastungen endlich standhält. Labbadia: „Es liegt an ihm, in Gladbach zu spielen.“