Herthas Trainer Tayfun Korkut muss mit seinem Team endlich die Kurve bekommen, sonst ist er weg. Imago Images/Räppold/Koch

Showdown am Sonnabend (18.30 Uhr) in Gladbach. Die Krisen-Hertha könnte nach acht sieglosen Spielen in der Rückrunde endgültig auf Abstiegsplatz 17 landen, wenn sie nicht gewinnt. Für Trainer Tayfun Korkut wird es das Endspiel. Manager Fredi Bobic fordert mindestens einen Punkt, sonst ist der Coach weg. Korkut selbst nimmt es gelassen und lächelt das Ultimatum weg.

Korkut zum Ultimatum: „Ich habe nichts dagegen“

Mit gequälter, guter Laune sagt der Trainer: „Ist doch ein schöner Satz: Verlieren verboten! Ich habe ja nichts dagegen. Und so nehme ich den auch.“ Der Mann hat zumindest Nehmerqualitäten und blendet den enormen Druck auf ihn aus. Seine Botschaft in der Krise: Cool bleiben, damit nicht alles auseinanderbricht. „Ich habe meine Verantwortung hier und fokussiere mich darauf, dass wir zusammen mit der Mannschaft punkten“, erklärt er.

Genau das tut Korkut seit dem 29. November 2021 bei den Blau-Weißen. Doch nach anfänglichen Erfolgen mit sieben Punkten aus vier Spielen ging es nach der Winterpause abwärts. Zwei Punkte in acht Spielen. Zuletzt setzte es eine desaströse 1:4-Heimklatsche der fragilen Mannschaft ohne Hierarchie gegen Frankfurt.

Erst danach wurde der endgültige Krisenmodus bei allen eingeläutet. Bobic erklärte, was vielen schon lange klar ist: „Wir sind momentan keine Mannschaft. Die Spieler haben erkannt, dass sie das Problem sind und ehrlich sein müssen mit sich selbst.“

Halten diesmal die Nerven der Spieler?

Versagt und enttäuscht! Maxi Mittelstädt nach dem 1:4 gegen Frankfurt. Imago Images/Räppold/Koch

Die Spieler versuchten mit einem Mannschaftsabend bei Grillfleisch sich zusammenzuraufen und so etwas wie Teamgeist hinzubekommen. Vielleicht klappt es ja. Aber dann sind da auch noch die Nerven, die zuletzt regelmäßig beim Anpfiff versagten.

Das Psychospiel ist längst in der Angstspirale und Korkut versucht das einzufangen und zu stoppen. Mit einer Ansprache ans Team auf dem Trainingsplatz: „Scheiß auf mich! Scheiß auf mich. Ich will, dass ihr gewinnt. Das ist eure Zukunft. Das ist nicht meine Zukunft.“

Korkut hofft weiter: „Ich bin mir sicher, dass sich unsere Jungs wehren werden. Wir müssen den Kampf annehmen.“ Auch Gegner Gladbach steckt in der Krise, auch da ist Dampf unterm Kessel. Korkut: „Bei beiden Mannschaften läuft es gerade nicht so rund, deshalb müssen wir dieses Spiel zu unserem Spiel machen.“ Wenn das nicht passiert, ist Korkut seinen Job los. Ob sich Hertha ohne ihn dann noch retten kann, ist eine andere Frage.

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